Flamenco

Ich bin kein grosser Taenzer, bin es nie gewesen. Bis heute. Seit heute ist alles anders. Ich bin noch keine 24 Stunden in Madrid, und trotzdem kann ich nun Flamenco tanzen. Alles was ich dazu brauche ist ein Apfelbaum und zwar nicht mal einen echten – ein Phantasiebaum reicht voellig.

Und so geht es:

Schritt 1: Pfluecke einen Apfel und zwar moeglichst dramatisch. Der Apfel sollte nicht zu hoch haengen, dann wirkt es albern. Er sollte aber auch nicht zu tief haengen, dann fehlt der Bewegung die Dramatik. Am wichtigsten ist allerdings der Gesichtsausdruck beim Apfelpfluecken. Konzentriert, aber nicht nachdenklich. Entschlossen, aber nicht gierig.

Schritt 2: Fuehre den Apfel in Richtung Mund und probiere ihn.

Schritt 3: Bah! Der Apfel schmeckt nicht! Wirf den angebissenen Apfel mit einer entschlossenen Handbewegung auf den Boden und …

Schritt 4: … tritt zu! Der Apfel hat nicht gehalten, was er versprochen hat, zermalme ihn mit Deiner Schuhsohle.

Das war es schon: Flamenco. Am authentischsten sieht es uebrigens aus, wenn man keinen echten Apfelbaum und keinen echten Apfel benutzt, sondern sich beides nur einbildet.

In diesem Sinne, Óle! – und viele Gruesse aus Spanien.

Alkoholika

In dieser Karlsruher Bar ersetzen die Alkoholika noch das Essen, frei nach dem Motto: das bisschen, was ich esse, kann ich ebenso gut trinken. Ein nicht-flüssiges Gericht gibt es jedenfalls auf dieser Seite der Speisekarte nicht. Warum ausgerechnet “Rum” unter Essen fällt weiß ich allerdings nicht.

In diesem Sinne, Prost und so!

Gefräßig

Journalisten müssen als sehr hungrig gelten. Oder als sehr gefräßig, je nachdem. Das würde zumindest erklären, warum auf Einladungen zu Presseterminen immer wieder darauf hingewiesen wird, dass “für das leibliche Wohl gesorgt ist”. Oder dass es “auch einen Imbiss geben wird”.

Manchmal wird die Einladung auch gleich in Großbuchstaben mit “Pressefrühstück” oder auch “Pressebrunch” betitelt – damit es auch die lesefaulen unter den gefräßigen Journalisten in jedem Fall sehen.

Zugeben würden das diejenigen, die die Einladungen schreiben, natürlich niemals. Vielmehr wisse man doch, wie stressig und kräftezehrend der Beruf des Journalisten sei, so ein Pressesprecher, als ich ihn darauf ansprach. Und dass zwischen der Hetze von Termin zu Termin oft einfach keine Zeit bliebe, um auch noch etwas zu essen.

Journalisten sind da gelassener. Nur unter halb vorgehaltener Hand gestand mir vor einiger Zeit ein frei arbeitender Kollege, dass er sich die Termine durchaus auch nach kulinarischen Gesichtspunkten aussuchen würde. “Erzählt wird ja doch immer das selbe – beim Essen dagegen geben sich die meisten noch richtig Mühe!”

Ich gebe zu, ein gutes Licht wirft das nicht auf meinen Berufsstand. Mal ganz abgesehen davon, dass mir nach diesem Blogeintrag keiner mehr glauben wird, dass für mich die Art der Verpflegung bei einer Pressekonferenz oder einem ähnlichen Termin nicht wirklich ausschlaggebend ist. Oder sagen wir: fast nicht ausschlaggebend. Denn eine Ausnahme gibt es: ein Hintergrundgespräch mit einem Vertreter der kassenärztlichen Vereinigung.

Da ich seit Jahren nicht mehr richtig krank und mindestens eben so lange nicht mehr beim Arzt war (sieht man vom Zahnarzt ab), habe ich bei diesem Termin wirklich gerne und auch sehr gut gegessen. Irgendwie muss ich mir schließlich meinen monatlichen Abzug für die Krankenversicherung wieder reinholen – und sei es auch nur ansatzweise. Wobei … natürlich wäre ich auch ohne Essen zu dem Termin gegangen.

In diesem Sinne, auf gute Gesundheit!

Domina-Gedanken

Manche Gespräche sollte ich hier lieber nicht wiedergeben. Ihr könntet sonst einen falschen Eindruck von mir bekommen. Zum Beispiel heute. Da sind wir in der Redaktion in nur dreieinhalb Sätzen vom Thema einer banalen Pressekonferenz über betrunkene Flirtversuche weiter zu Facebook und schließlich zum Thema Bondage und zu Domina-Spielen mit Hundeleine gekommen. Und es war nicht mal sonderlich kompliziert.

Das ist natürlich nicht immer so. Manchmal unterhalten wir uns auch ganz normal. Trotzdem ist es eigentlich kein Wunder, wenn man sich mal überlegt, wie das menschliche Gehirn so funktioniert.

Unser Kopf gleicht nämlich einem gewaltigen, dreidimensionalen Spinnennetz. Es gibt unzählige Knotenpunkte, die alle in irgendeiner Form miteinander verbunden sind. Zwischen diesen Knotenpunkten gibt es ein reges Hin und Her. Ständig schießen feine, elektrische Impulse auf den Verbindungen von A nach B nach C und wieder zurück. Stellt sich eine Verbindung als besonders erfolgreich heraus, etwa zwischen “heiße Kochplatte” und “Schmerz”, wird sie ausgebaut. Bewährt sich eine Verbindung nicht, verkümmert sie.

Auf eine ähnliche Art und Weise werden Erinnerungen und Gedanken sortiert. Hören wir ein Lied oft genug im Urlaub, entsteht eine Verbindung, die dafür sorgt, dass wir in Zukunft bei diesem Lied an diesen Urlaub denken. Von dort geht es via Nervenimpuls auf der gut ausgebauten Impulsautobahn weiter zur Erinnerung an unsere Urlaubsbekanntschaft aus eben jenem Sommer. Ein anderer Impuls geht gleichzeitig in Richtung des Konzerts, wo wir das besagte Lied zum ersten Mal gehört haben.

Je weiter sich das Ganze nun verzweigt, desto kurioser kann es werden. Viele Wege führen nach Rom und noch mehr von einem Gedanken zum nächsten. Hinzu kommt, dass unser Gehirn nicht in der Lage ist, nichts zu denken. Ist es unterbeschäftigt, fängt es an, wahllose neue Verbindungen auszuprobieren.Der Volksmund nennt das übrigens Kreativität.

Überlegt man nun, was passieren kann, wenn man die Köpfe von mehreren Menschen gemeinsam vor sich hinspinnen lässt, scheint die Diskussion heute vormittag eigentlich gar nicht mehr so komisch. Bedenkt man außerdem, dass Journalisten sich ja schon von Berufswegen andauernd mit mehr oder weniger seltsamen Menschen rumschlagen, wäre es eigentlich sogar ungewöhnlich, wenn das Gespräch anders oder zumindest weniger kurios verlaufen wäre. Ihr braucht Euch also keine Sorgen um mich zu machen. Zumindest nicht all zu viele.

In diesem Sinne, woran denkt Ihr eigentlich beim Thema Hundeleine?

Urlaubsreif

Ich trage keine kurzen Hosen. Auch keine Flip-Flops. In der Redaktion sowieso nicht und eigentlich auch nie in meiner Freizeit. In kurzen Hosen und offenen Schuhen fühle ich mich komisch – irgendwie nackt. Zumindest normalerweise.

Kurioserweise ändert sich dieses Gefühl schlagartig, wenn ich im Urlaub und auf Reisen bin. Und heute. Vielleicht weil ich mich gerade absolut urlaubsreif fühle. Mit anderen Worten: ich habe mich selten so gefreut, endlich Wochenende zu haben.

Gestern habe ich mein erstes Seminar an der IHK Karlsruhe gegeben, was Spaß gemacht hat, aber am Ende doch mehr Vorbereitung bedurfte als ich gedacht hätte. Zeit, die mir bei diversen anderen Projekten fehlte, die eben auch in der vergangenen Woche anstanden. Da half auch der Firmenlauf am Donnerstagabend nur bedingt – obwohl Bewegung an sich ja gut zum Stressabbau sein soll.

Immerhin: In meinem Fall liegen die Worte urlaubsreif und Urlaub nicht wirklich weit auseinander. Nachdem ich heute den Tag über Besuch von zwei früheren Arbeitskolleginnen hatte, war ich kurz vor Geschäftsschluss daher noch einkaufen. Flip-Flops und eine kurze Hose, beides für den in wenigen Wochen bevorstehenden Urlaub. Beides trage ich jetzt. Und was soll ich sagen: ich fühle mich gar nicht nackt. Eher wie im Urlaub.

In diesem Sinne … wünscht mir eine gute Reise!

Festpflege

Essen auf Rädern, Altenpflege, Hauswirtschaftshilfe, Hausnotruf – und alles ab 11 Uhr. Was will man mehr von einem Straßenfest?

In diesem Sinne, so viel zu Thema: unfreiwillig komisch …

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