Monthly Archive for July, 2008

Hitzewallung

Der Süden brennt – zumindest gefühlt.

Diese Woche war es nicht nur warm, sondern heiß hier am Bodensee. Da darf auch Journalismus mal Spaß machen.

Ein kleines Video mit mir, Eis-essenden Kühen und eisgekühlten Zeitungen gibt es hier (oder einfach auf das Bild klicken).

In diesem Sinne, frohes Schlecken!

Urlaubswohnen

Muss ich mir Sorgen machen? Eigentlich war ich in den letzten drei Jahren zu der einigermaßen gefestigten Ansicht gekommen, dass man zumindest in Deutschland eigentlich nur in einer Stadt leben kann: Berlin. Jetzt wohne ich seit einer Woche in Konstanz und muss mir selber eingestehen: diese Ansicht bröckelt. 

Ich komme einfach nicht umhin, die Vorzüge dieser Stadt und der Landschaft drum herum zu honorieren. Das fängt schon bei der Anfahrt über Meersburg an: rechter Hand sanft geschwungene Weinberge während sich auf der anderen Seite das Bodenseepanorama entfaltet.

Dann die Konstanzer Altstadt, die den Krieg unbeschadet überstanden hat und in den letzten Jahren zusätzlich an allen Ecken und Enden restauriert worden ist. Und nicht zu vergessen die Nahe Schweiz, wo der Liter Benzin noch rund 30 Cent billiger ist als in Deutschland – heutzutage ja leider kein unwesentlicher Faktor.

Es ist nicht so, dass ich Berlin nicht mehr mögen würde. Auch ist es freilich schwer, nach nur einer Woche zu entscheiden, ob einem eine Stadt gefällt oder nicht – insbesondere, wenn man diese bislang nur im Sommer gesehen und erlebt hat (im Winter, so hört man, ist es zumindest mit dem Sehen wohl durchaus so eine Sache: Konstanz hüllt sich dann wohl gerne tagelang in dichten Nebel). Was ich hier tue ist, seien wir ehrlich, immer noch so etwas wie “Urlaubswohnen”. 

Trotzdem beruhigt mich, wie schnell mein Kopf offenbar zum Revidieren vermeintlich festgefahrender Ortsansichten fähig ist. Schließlich werde ich in den nächsten Jahren des öfteren umziehen müssen, und das Spektrum der potenziellen Wohnorte reicht von Ravensburg in Oberschwaben (meine nächste Station), bis in den tiefsten Schwarzwald (zu nennen wären Orte wie Triberg und St. Georgen). Es überrascht mich, aber zumindest für ein paar Jahre – vielleicht auch für länger – kann ich mich damit durchaus anfreunden. Außerdem, so hörte ich jedenfalls, läuft Berlin ja nicht weg.

In diesem Sinne, hoffen wir das Beste!

Job-Liebe-Analogien

Wer einen Job sucht, hat bessere Aussichten, wenn er schon einen Job hat. Das ist leider so. Wenn der Bewerber nicht auf die neue Stelle angewiesen ist, verbessert er damit automatisch seine Verhandlungsposition. Zugleich ist er natürlich für den potenziellen neuen Arbeitgeber interessanter. Schwingt bei ihm doch nicht der (vermeintliche) Makel der Arbeitslosigkeit mit.

Ich frage mich, ob das bei Beziehungen ähnlich ist.
Immer wieder stelle ich fest, dass ich anscheinend vor allem dann interessant für das andere Geschlecht bin, wenn ich eigentlich liiert bin. Solo hingegen muss ich so etwas wie einen Abwehrgeruch versprühen. Eine Art Insektenschutzmittel, dass eben nicht bei Mücken, aber dafür hervorragend bei Frauen funktioniert. (Mücken mögen mich eigentlich immer.)

Überträgt man das eingangs Gesagte auf Männer und Frauen, ist das auch durchaus schlüssig. Jemand, der schon einen Job hat, beweist damit, dass er offenbar zumindest grundsätzlich dazu in der Lage ist, einem Tagewerk nachzugehen. Analog dazu lässt bestehende Beziehung zumindest im Großen und Ganzen darauf schließen, dass er oder sie nicht völlig beziehungsunfähig ist. 

Gleichzeitig stimuliert das vermeintliche vergeben-Sein natürlich den Jagdinstinkt des Anderen. Ein Faktor, den man nicht unterschätzen sollte, auch wenn er naturgemäß ausgerechnet dann nicht mehr ins Gewicht fällt, wenn das Ziel einmal erreicht ist. So lange dem aber noch nicht so ist, steigert das Vergeben-Sein aber durchaus den Marktwert. 

Und schlussendlich ist es auch so, dass man vergebenem praktisch mit Netz und doppeltem Boden flirtet. Zumindest offiziell sind schließlich weder weitere Konsequenzen aus der Plänkelei geplant noch sind sie gewollt. Wer sich also all zu dumm anstellt, kann sich immer wieder auf die Position zurückziehen, ohnehin kein Interesse gehabt zu haben – schließlich sei man doch in festen Händen und die vermeintlich Auserkorene somit passé. 

Ja, man muss wohl leider festhalten, dass wer einen Job sucht, besser dran ist, wenn er schon einen Job hat, und wer Beziehung sucht es zunächst mal leichter hat, wenn er schon in einer Beziehung ist.

Doch was fängt man an mit dieser Erkenntnis? Mietet man sich in Zukunft eine Freundin auf Zeit, wenn man eine auf Dauer finden möchte? Hierauf, lieber Leser, habe ich auch keine Antwort. Aber was fragst Du auch mich – ich bin schließlich solo.

In diesem Sinne, das Kleingedruckte im Mietvertrag nicht vergessen!

Zeitfenster

Nennen wir es den Klassenfahrteffekt. Eigentlich ein großartiger Zustand. Denn wenn man auf Klassenfahrt ist, hat man keine Zeit. Entweder es gibt ein vom Lehrer vorbereitetes Programm, oder es sind die Klassenkameraden, die einen auf Trab halten. Zum Nachdenken jedenfalls bleibt kein Raum. Plötzlich nimmt man die Dinge, wie sie kommen.

Ganz ähnlich geht es mir im Moment. Zwar bin ich generell wohl schon eher jemand, der sich Gedanken oder gar Sorgen macht, nur habe ich im Augenblick einfach keine Zeit dafür.

Vor drei Tagen habe ich einen neuen Job angetreten. In kürzester Zeit habe ich meine Wohnung in Berlin aufgelöst und bin nach Süddeutschland gezogen. Zur Zeit wohne ich in einer wunderschönen Ferienwohnung in Konstanz, die ich mir noch für die nächsten zwei Wochen mit zwei ebenfalls neuen Kolleginnen teile. 

Die Wohnung ist gerade mal drei oder vier Minuten vom Wasser entfernt. Morgens stehe ich auf und jogge erstmal eine Runde am Rhein. Anschließend fahre ich zur Arbeit, wo naturgemäß noch unendlich viel Neues auf mich einprasselt. Abends fahre ich zurück und schlüpfe schnell in die Badehose, um noch schnell zur Abkühlung in den Rhein zu springen (hier quasi Teil des Bodensees). 

Ich denke nicht viel nach, denn ich habe einfach nicht die Zeit dafür, noch hätte ich den Raum, groß etwas zu ändern. Warum auch – es geht mir großartig!

Allerdings befürchte ich, dass es nicht so weiter gehen wird. Aus Erfahrung weiß ich, dass mein Denken irgendwann wieder einsetzen wird. Noch bin ich abgelenkt – ich habe die Arbeit und auch außerhalb derselben eigentlich immer jemanden um mich herum. Zum Grübeln fehlt mir schlicht die Zeit. 

Irgendwann jedoch wird auch hier so etwas wie Alltag einkehren. Das jetzt Neue wird zur Gewohnheit, und die daraus entstehenden Automatismen schaffen Raum für alte Gewohnheiten: Grübeln, Sorgen, Nachdenken. Die Unbeschwertheit wird irgendwann dahin verschwinden, woher sie gekommen ist: in ein schmales Zeitfenster, das sich irgendwann schließt. 

In diesem Sinne, rettet, was nicht niet- und nagelfest ist!

Paradies

Darf (m)ein Blog auch mal rein informativ sein? Schnörkellos, ohne große Wortspiele und tiefschürfende oder wenigstens pseudo-tiefschürfende Gedankengänge? Die Antwort ist ja. Ich habe nämlich gerade einfach keine Zeit für mehr – in 20 Minuten muss ich los zur Arbeit.

Seit zwei Tagen bin ich nun in Konstanz und wohne zusammen mit zwei meiner neuen Kolleginnen in der “Südkurier-WG”, einer Ferienwohnung im Konstanzer Stadtteil mit dem schönen wie passenden Namen “Paradies”. Der erste Arbeitstag war anstrengend, aber schön (wir wurden sogar mit Blumen und diversen weiteren Geschenken willkommen geheißen). Krönender Abschluss am Abend: das Bad im Rhein und ein kaltes Bier in der “Seekuh”.

Berlin, Du fehlst mir! Trotzdem ist Konstanz ein vielleicht nicht vergleichbarer, aber eben anders schöner Ersatz.

In diesem Sinne, Grüße vom Bodensee!