Ich hätte “ja” gesagt. Aber mich hat sie ja nicht gefragt. Ich habe aber auch nicht für über 20 Euro im Rewe eingekauft und mit ec-Karte bezahlt, wie die Kundin vor mir. Das ist aber Grundvoraussetzung, damit man überhaupt gefragt wird: ”Wollen Sie auch etwas Geld mitnehmen?”
Die Kassiererin musste die Frage zwei Mal wiederholen, bis die Kundin sie verstanden hatte – zumindest mal vom Wortlaut her. Der Verwirrung tat das trotzdem keinen Abbruch, was ich gut nachvollziehen kann.
Rein vom Tonfall her hätte die Frage nämlich an die Wursttheke gehört, nicht an die Kasse. Sie klang wie das “Darf es auch etwas mehr sein”, das man zwischen Rouladen, Salami und Bierwurst hin und wieder noch hört, wenn die Fleischfachverkäuferin entweder nett sein möchte oder sich schlicht beim Abschneiden der Wurst vertan hat.
Inhaltlich betrachtet war die Frage dagegen eher wie eine Einladung zum Überfall zu verstehen. “Wollen sie auch etwas Geld mitnehmen?” – das klingt wie das “Darf es auch etwas mehr sein” in einem Trainingscamp für Bankräuber. Nach einer Bankräuberin sah die Kundin vor mir aber nun wirklich nicht aus. Eher wie eine Biologie-Studentin.
“Wollen Sie auch etwas Geld mitnehmen?”, wiederholte die Verkäuferin zum dritten mal. Inzwischen schien sie allerdings begriffen zu haben, dass die Kundin gar nichts begriff. “Wenn Sie für mehr als 20 Euro einkaufen und mit ec-Karte bezahlen, können Sie auch kostenlos Geld von ihrem Konto abholen”, schon die Verkäuferin hinterher und fügte dann entschuldigend hinzu: “Ich muss das dann fragen, verstehen Sie?”
Die Kundin verstand. Geld wollte sie trotzdem keins. Auch keine Treuepunkte. Aber das nur am Rande.
In diesem Sinne, darf es auch etwas mehr sein?






