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	<title>Felix&#039; Welt &#187; Zeitreisen</title>
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		<title>Stolperzeit</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 23:34:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Neubüser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Gedankenwelten]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitreisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich mag diese Momente, die aus der Zeit fallen. Wobei &#8220;mögen&#8221; vielleicht der falsche Ausdruck ist. Ich erinnere mich zum Beispiel an den Tag, als ich Berlin verlassen habe. Deutschland hat an diesem Tag im Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft 3:2 gegen die Türkei &#8230; <a href="http://www.felix-welt.de/stolperzeit/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.felix-welt.de/stolperzeit/2012-02-9-zeit/" rel="attachment wp-att-2811"><img class=" wp-image-2811 alignleft" title="2012-02-9-Zeit" src="http://www.felix-welt.de/wp-content/uploads/2012-02-9-Zeit.jpg" alt="" width="240" height="234" /></a>Ich mag diese Momente, die aus der Zeit fallen. Wobei &#8220;mögen&#8221; vielleicht der falsche Ausdruck ist. Ich erinnere mich zum Beispiel <a href="http://www.felix-welt.de/ausverkauf/">an den Tag, als ich Berlin verlassen habe</a>. Deutschland hat an diesem Tag im Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft 3:2 gegen die Türkei gewonnen. In meiner Wohnung stapelten sich die Umzugskartons. Zwölf Stunden nach dem Anpfiff des Finalspiels wollten die Freunde vor der Tür stehen, um beim Kistenschleppen zu helfen. Ich selbst hatte das Spiel in eine Kneipe in der Kulturbrauerei gesehen, bevor ich mich auf meine Luftmatratze gelegt habe, um noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen, bevor es losgeht.</p>
<p>In meiner Berliner Wohnung und zwischen all den Kisten war ich damals längst nicht mehr zu Hause, auch wenn das weh tat. Woanders angekommen war ich allerdings auch noch nicht. Trotzdem habe ich erstaunlich gut geschlafen &#8211; oder gerade deswegen. Schließlich hatte ich nichts mehr zu verlieren. Mein Wegzug war ja längst besiegelt. An meinem neuen Ort dagegen gab es noch nichts, das ich hätte aufs Spiel setzen können. Ich hing völlig in der Luft.</p>
<p>Es gibt Momente, die fallen sprichwörtlich aus der Zeit. Oder besser formuliert: Sie fallen aus der eigenen Normalzeit. Wenn man aus seinem normalen Leben herausgerissen wird und zugleich ein anderes Leben (beinahe) in die Hand gedrückt bekommt. Etwa beim  Vorstellungsgespräch bei einem potenziellen neuem Arbeitgeber oder auch bei einer ganz normalen Urlaubsreise. Was zählt ist die gefühlte Auszeit aus dem eigenen Leben, selbst wenn diese im ersten Moment verwirrend ist. Zugleich ist sie aber jedes Mal ein Neuanfang. Man lässt Altlasten hinter sich.  Vielleicht bin ich auch <a href="http://www.felix-welt.de/fremde-betten/">deswegen so ein Fan von Hotelzimmern</a>.</p>
<p>Das Schöne und das Schlimme  an solchen Momenten ist, dass sie in ihrer Dauer begrenzt sind. Man kann nicht verhindern, früher oder später in die eigene Zeit zurück zu stolpern, selbst wenn es sich dabei um die neue alte Zeit handelt. Allerdings weiß man nie, ob man auch wirklich wieder da landet, wo man gestartet ist. Und das hat doch schon wieder was.</p>
<p>In diesem Sinne, vorsicht &#8211; Stolperzeit!</p>
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		<title>Heißes Wasser</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 22:18:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Neubüser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Reisewelten]]></category>
		<category><![CDATA[Sehnsucht]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitreisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es geht nicht ohne heißes Wasser. Niemals. Nirgends. Darum bekommen argentinische Babies statt einer Flasche mit warmer Milch auch eine Thermoskanne mit eben diesem. Das vermute ich jedenfalls. Und ich kann es verstehen. Mit einer Thermoskanne unter dem Arm rumzulaufen &#8230; <a href="http://www.felix-welt.de/heises-wasser/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-2658" style="margin-right: 4px;" title="2011-11-15-Mate" src="http://www.felix-welt.de/wp-content/uploads/2011-11-15-Mate.jpg" alt="" width="259" height="257" />Es geht nicht ohne heißes Wasser. Niemals. Nirgends. Darum bekommen argentinische Babies statt einer Flasche mit warmer Milch auch eine Thermoskanne mit eben diesem. Das vermute ich jedenfalls. Und ich kann es verstehen.</p>
<p>Mit einer Thermoskanne unter dem Arm rumzulaufen ist in Argentinien auch als Erwachsener nichts ungewöhnliches. Der Grund ist ein alter Brauch, den die Argentinier noch heute pflegen. Mindestens vier von fünf Argentiniern mindestens einmal die Woche, behauptet mein Reiseführer. Meiner Erfahrung nach ist das noch untertrieben.</p>
<p>Mate ist als Argentiniens Nationalgetränk und ein ständiger Alltagsbegleiter. In Deutschland eher als Tee und, seit kurzem, als Eistee-Verschnitt &#8220;Club Mate&#8221; bekannt, werden die Blätter des mit der Stechpalme verwandten immergrünen Mate-Strauches südlich des Äquators nach einem genau festgelegtem Ritual mit heißem Wasser aufgegossen. Als Trinkgefäß dient ein ausgehöhlter Flaschenkürbis, der mindestens bis zur Hälfte mit <em>yerba mate</em> (gehexelte Mate-Blätter) gefüllt wird.</p>
<p>Getrunken wird aus dem <em>Bombilla</em>, einem Strohhalm aus Metall mit einer Art Sieb am Ende. Dabei wird der ausgehöhlte Kürbis (manche Argentinier benutzen auch ein Gefäß aus Holz) immer wieder neu mit heißem Wasser gefüllt und in der Gruppe herumgereicht. Heißes Wasser gibt es in jedem Laden und an jeder Tankstelle.</p>
<p>Yerba Mate, von dem es dutzende unterschiedliche Sorten gibt, wird in Argentinien vor allem in 500-Gramm-Packungen verkauft, die an deutsche Kaffee-Verpackungen erinnern und ganze Regalwände in den Supermärkten füllen. Dem Inhalt werden beinahe magische Fähigkeiten zugeschrieben: er soll Hunger unterdrücken, wirkt wegen dem darin enthaltenen Koffein aufputschend und zugleich harntreibend und entschlackend. Außerdem scheint ein Zug aus dem<em> bombilla</em> er für viele Argentinier die Zigarette zu ersetzen.</p>
<p>Mit einem argentinischen Reiseleiter und einer Gruppe Backpacker aus aller Welt war ich einmal in der Nähe der chilenischen Grenze in Nordpatagonien zu einer White-Water-Rafting-Tour unterwegs. Auf dem Hinweg verlor der Anhänger, auf dem die beiden Schlauchboote transportiert wurden, ein Rad. (Kein Platten, es ist einfach der komplette Reifen abgefallen). Das erste, was der argentinische Guide tat, war seine Thermosflasche zu zücken. Erstmal einen Schluck Mate.</p>
<p>Auf dem Rückweg ging uns irgendwo im Nirgendwo das Benzin aus. Der argentinische Guide lächelte nur. Noch bevor er den Daumen rausstreckte, um Rückfahrgelegenheiten für unsere kleine Gruppe zu organisieren, zückte er seine Thermoskanne. Erstmal ein Schluck Mate.</p>
<p>Das alles ist fast auf den Tag genau sieben Jahre her. Ich habe mir damals in Argentinien Mate und Bombilla gekauft und einige Pfund yerba mate nach Deutschland geschickt. Dem Internet sei dank ist Nachschub heute ja kein Problem mehr. Nur Argentinien fehlt mir manchmal. Aber das ist eine andere Geschichte.</p>
<p>In diesem Sinne, noch jemand einen Zug aus dem Bombilla?</p>
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		<title>Vater der Kellnerin</title>
		<link>http://www.felix-welt.de/vater-der-kellnerin/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 19:46:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Neubüser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Desillussionierend]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Tresenweisheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitreisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie könnte Deine Tochter sein. Früher habe ich immer gedacht: Wenn einem dieser Satz durch den Kopf geht, dann ist man alt. Inzwischen denke ich: Noch schlimmer ist es, wenn jemand anderes diesen Satz zu Dir sagt. Mit Kellnerinnen zu flirten &#8230; <a href="http://www.felix-welt.de/vater-der-kellnerin/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Sie könnte Deine Tochter sein. </em>Früher habe ich immer gedacht: Wenn einem dieser Satz durch den Kopf geht, dann ist man alt. Inzwischen denke ich: Noch schlimmer ist es, wenn jemand anderes diesen Satz zu Dir sagt.</p>
<p>Mit Kellnerinnen zu flirten ist einfach. Zumindest wenn man die Definition des Wortes &#8220;flirten&#8221; nicht vom Erfolg des Flirt-Versuchs abhängig macht. Kellnerinnen können schlecht weglaufen. Außerdem sind sie darauf getrimmt, zunächst einmal freundlich zu sein. Jeder noch so plumpe Flirtversuch wir daher zunächst zumindest mit einem Lächeln quittiert. Gar nicht unbedingt wegen eines etwaig zu erwartenden Trinkgeldes, sondern weil es zum professionellen Kellnern nun einmal dazu gehört, freundlich zu lächeln.</p>
<p>Neben der Tatsache, dass sie Biernachschub bringen, ist das vermutlich einer der Hauptgründe, warum Männer Kellnerinnen toll finden. Egal wie schlecht der Witz ist, den sie gerade erzählen, die Frau mit dem Tablett gibt zumindest vor, sich genau so sehr darüber zu amüsieren wie der Witzerzähler selbst.</p>
<p>Ich würde lügen, wenn ich mich davon freisprechen würde. Ich kann nicht nur großartig schlechte Witze erzählen, sondern gucke hin und wieder auch selbst mit sehnsüchtigem Blick einer gutaussehenden Kellnerin hinterher. Vor Jahren hat das sogar mal für eine Verabredung nach Feierabend gereicht.</p>
<p>Das ist allerdings schon eine ganze Weile her &#8211; und sie war damals schon zwei Jahre jünger als ich. Kellnerinnen, zumindest die hübschen, sind nämlich meist Studentinnen &#8211; und damit liegen zwischen ihnen und mir heute oft zehn oder gar zwölf Jahre Altersunterschied. &#8220;Sie könnte Deine Tochter sein!&#8221; Gut, so ganz stimmt das nicht &#8211; noch nicht. Manchmal ist es allerdings frustrierend, wie nah ich mittlerweile an dieser Aussage bin.</p>
<p>In diesem Sinne, Danke D. fürs dran Erinnern <img src='http://www.felix-welt.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Zeitreiseuhren</title>
		<link>http://www.felix-welt.de/zeitreiseuhren/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 20:56:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Neubüser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitreisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Laden ist nur ein paar Gehminuten von der Redaktion entfernt, dennoch hat man das Gefühl, in einer anderen Zeitzone gelandet zu sein. Oder besser: in 50 anderen Zeitzonen. Mindestens so viel Uhren gibt es in dem Laden nämlich &#8211; &#8230; <a href="http://www.felix-welt.de/zeitreiseuhren/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.felix-welt.de/wp-content/uploads/2011-10-04-Uhren.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2598" style="margin-right: 6px;" title="2011-10-04-Uhren" src="http://www.felix-welt.de/wp-content/uploads/2011-10-04-Uhren.jpg" alt="" width="270" height="147" /></a>Der Laden ist nur ein paar Gehminuten von der Redaktion entfernt, dennoch hat man das Gefühl, in einer anderen Zeitzone gelandet zu sein. Oder besser: in 50 anderen Zeitzonen. Mindestens so viel Uhren gibt es in dem Laden nämlich &#8211; und alle zeigen eine unterschiedliche Zeit an.</p>
<p>Es ist, als wäre man versehentlich in die Anfangsszene von &#8220;Back to the Future&#8221; hineinmarschiert (woher das Bild zu diesem Eintrag stammt), nur dass dort wenigstens alle Uhren gleich falsch gehen.</p>
<p>Hinter dem Tresen des kleinen Geschäfts steht normalerweise ein kleiner, unscheinbarer Mann mit Brille und schütterem Haar, der mindestens zehn Jahre jünger ist, als diese Beschreibung vermuten lässt. Meist repariert er Uhren. Mit kleinen Schraubendrehern, Mini-Zangen und einem Uhrmacher-Monokel, das er vor sein rechtes Auge geklemmt hat. Dass er auch mal eine Uhr aus dem reich bestückten Schaufenster verkauft hat, habe ich noch nicht beobachtet, will es aber deswegen nicht ausschließen.</p>
<p>Manchmal beneide ich den kleinen Mann hinter seinem großen Uhren-Reparatur-Tresen um seinen Beruf. Dabei habe ich eigentlich schon als Kind gewusst, dass ich Journalist werden möchte. Die alte Schreibmaschine meiner Mutter hatte es mir mit acht Jahren angetan. Trotzdem habe ich immer getüftelt. Mit Lego-Technik habe ich Autos und Maschinen entworfen. Ich habe Radios auseinander und dann wieder falsch zusammengeschraubt und ganze Notizbücher mit Ideen für (natürlich) bahnbrechende Erfindungen vollgekritzelt.</p>
<p>Ich weiß genau, nach spätestens einem Monat würde mir das langweilig werden. Trotzdem hat mich die Idee nie losgelassen. Tagelang in einer Werkstatt oder einem Labor stehen, still und geduldig ein Problem nach dem anderen lösen und am Ende etwas gänzlich Neues erfinden &#8211; das hatte für mich kleinen Jungen einfach was. Und hat es manchmal noch heute. Es muss an den Zeitzonen liegen.</p>
<p>In diesem Sinne, wie spät ist es?</p>
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		<title>Betrüger-Ich</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 20:29:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Neubüser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Gedankenwelten]]></category>
		<category><![CDATA[Sehnsucht]]></category>
		<category><![CDATA[Wunschträume]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitreisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon als kleines Kind lernt man den Unterschied zwischen Spaß und Arbeit. Auf den Knien rumrutschen und Autos hin- und herschieben ist Spaß. Draußen mit den anderen Kindern Buden-Bauen und mit den Fahrrädern rumfahren ist auch Spaß. Bei der Familienfeier &#8230; <a href="http://www.felix-welt.de/betruger-ich/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.felix-welt.de/wp-content/uploads/2011-17-08-Schreiben.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2504" style="margin-right: 4px;" title="2011-17-08-Schreiben" src="http://www.felix-welt.de/wp-content/uploads/2011-17-08-Schreiben.jpg" alt="" width="280" height="210" /></a>Schon als kleines Kind lernt man den Unterschied zwischen Spaß und Arbeit. Auf den Knien rumrutschen und Autos hin- und herschieben ist Spaß. Draußen mit den anderen Kindern Buden-Bauen und mit den Fahrrädern rumfahren ist auch Spaß.</p>
<p>Bei der Familienfeier stillsitzen und artig den Erwachsenen zuhören ist dagegen Arbeit. Man macht es weder freiwillig noch macht man es gerne. Es muss aber sein. Sagen zumindest die Erwachsenen. Die dürfen zwar selbst entscheiden, wann sie Spaß haben &#8211; deswegen sind sie schließlich erwachsen. Zugleich scheinen sie aber etwas gegen Spaß zu haben, sonst würden sie ihn nicht so oft verbieten und statt dessen so viel wert auf den Ernst des Lebens legen.</p>
<p>Inzwischen bin ich selbst erwachsen &#8211; werde demnächst 32 Jahre alt. Und immer noch erwische ich mich viel zu oft dabei, wie ich bei der Arbeit Spaß habe. Wenigstens habe ich ein schlechtes Gewissen dabei.</p>
<p>Ich bin Journalist von Beruf. Ich schreibe, um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Streng genommen seit über zwölf Jahren schon. Und ich schreibe, weil es mir Spaß macht. Seit ich denken kann. Ihr glaubt gar nicht, wie verwirrend das manchmal ist.</p>
<p>Wenn man für etwas bezahlt wird, das man gerne tut, hat man praktisch automatisch ein schlechtes Gewissen. Man kommt sich vor, wie ein Betrüger. Schließlich hat man als Kind gelernt, dass Arbeit keinen Spaß macht. Man tut sie, weil man muss &#8211; nicht, weil sie Spaß macht. Wie kann es da sein, dass man auch noch für den Spaß bezahlt wird?</p>
<p>Das ist das Kuriose und zugleich das Schöne an meinem Beruf. Und es ist auch das Gefährliche. Denn wenn jemand etwas ohnehin gern tut, gibt es eigentlich wenig Gründe, warum man ihn deswegen auch noch bezahlen sollte. Es gibt sogar Studien, denen nach man Journalisten das Gehalt kürzen kann, ohne dass ihre Arbeit merklich darunter leidet.</p>
<p>Das mag mit dem Spaß zusammenhängen. Sicher aber auch damit, dass Journalisten nun man in der Regel per Autorenzeile mit ihrem Namen für ihre Arbeit stehen. Journalisten haben Spaß an ihrer Arbeit, nicht selten sind sie aber auch eitel. Würde auf jeder Zange der Name des Schmied stehen, der sie hergestellt hat, wäre dem schließlich auch an einer gewissen Qualität gelegen, egal, wie viel er für die Herstellung bezahlt bekommen hat. Das ist gut, so lange es nicht ausgenutzt wird und die Leute bereit sind, für eine Zange auch einen angemessenen Preis zu zahlen. Jeder Spaß hat schließlich seine Grenzen.</p>
<p>Ich mag meinen Beruf. Trotzdem (oder deswegen?) fühle ich mich manchmal wie ein Betrüger. Während meine Freunde für ihr Geld arbeiten müssen, brauche ich einfach nur Spaß haben und Schreiben, um meine Brötchen zu verdienen. Einerseits.</p>
<p>Andererseits mache ich mir manchmal durchaus Sorgen, wo mein Berufsstand in fünf, zehn oder 15 Jahren sein wird. Ich wohne in einem Zehn-Parteien-Haus. Ich bin der einzige, der eine Tageszeitung im Abo hat. Ich bin der Einzige, der (wenn auch aus beruflichen Gründen) die kostenlosen Sonntagszeitungen durchblättert. Ich bin der Einzige im Haus, der eine Wochenzeitung im Abo hat. Wie viele meiner Nachbarn sich zumindest online informieren? Da kann ich nur raten &#8230;</p>
<p>Manchmal denke ich, wie schön es wäre, wieder ein Kind zu sein. Nicht selbst zwischen Spaß und Arbeit unterscheiden zu müssen, hat durchaus Vorteile. Und hin und wieder einfach nur Buden zu bauen auch.</p>
<p>In diesem Sinne, das geheime Codewort bitte!</p>
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		<title>Berliner</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Jun 2011 20:21:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Neubüser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Wunschträume]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitreisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Herr Lehmann ist kein Berliner, denn eigentlich kommt er ja aus Bremen. Ein Bremer ist er aber auch nicht (mehr). Was ihn eigentlich zum idealen Berliner macht. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass rund die Hälfte der dreieinhalb Millionen Berliner &#8230; <a href="http://www.felix-welt.de/berliner/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.felix-welt.de/wp-content/uploads/2011-06-22-Lehmann.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2371" style="margin-right: 4px;" title="2011-06-22 Lehmann" src="http://www.felix-welt.de/wp-content/uploads/2011-06-22-Lehmann-300x202.jpg" alt="" width="300" height="202" /></a><a href="http://www.felix-welt.de/frank-lehmann/">Herr Lehmann</a> ist kein Berliner, denn eigentlich kommt er ja aus Bremen. Ein Bremer ist er aber auch nicht (mehr). Was ihn eigentlich zum idealen Berliner macht.</p>
<p>Irgendwo habe ich mal gelesen, dass rund die Hälfte der dreieinhalb Millionen Berliner inzwischen zugezogene Berliner sind. In einer Stadt wie Berlin ist das wichtig. Vor allem, weil die andere Hälfte, die Ur-Berliner, nämlich durchaus wert auf Feinheiten wie den Geburtsort legen. Der klassische Neu-Berliner würde sich dagegen am liebsten jedes Jahr in seiner neuen Heimat wie ein Rangabzeichen auf die Schulter heften.</p>
<p>Mit abgeklärter Stimme sagt der Neu-Berliner Sätze wie &#8220;Nord-Neukölln ist das neue Kreuzberg&#8221;, &#8220;Friedrichshain ist auch nicht mehr, was es einmal war&#8221; und &#8220;Prenzlauer Berg ist längst schwäbisch&#8221;. Der gebürtige Berliner rümpft bei solchen Sätzen eher die Nase. Nicht, weil er sie nicht unterschreiben würde, sondern weil ein echter Berliner solche Erkenntnisse gar nicht erst in Worte fassen muss &#8211; erst recht nicht gegenüber einem Möchtegern-Berliner.</p>
<p>Berlin bietet trotzdem beiden ein Zuhause, den Alten wie den Neuen und Zugezogenen. Das habe ich an dieser Stadt immer so geliebt. Berlin kann eine weiße Leinwand sein, die man bemalen und dann so tun kann, als würde man das Bild schon seit Jahren kennen.</p>
<p>Wer nach Berlin zieht, wird beinahe zwangsläufig schizophren. Das &#8220;Wo kommst Du her?&#8221; gehört genau so zum guten Ton wie das Bekenntnis zur neuen und trotzdem längst adaptierten Heimat. Man ist stolz, als Berliner durchzugehen &#8211; und unterstreicht diese Auszeichung, indem man zwischendurch immer wieder betont, was man längst hinter sich gelassen hat. &#8220;Ich bin zwar aus xy, aber ich wohne schon seit xxx Jahren in Berlin&#8221; ist ein mehr als typischer Satz.</p>
<p>Sven Regener, aus dessen Feder Herr (Frank) Lehmann stammt, hat immer bestritten, dass seine Romanreihe um den Berlin-Bremer Antihelden aus <em>Herr Lehmann</em>, <em>Neue Vahr Süd </em>und <em>Der kleine Bruder</em> biographisch zu deuten sei. Trotzdem gibt es zahlreiche Parallelen. Allerdings ist das eigentlich auch selbstverständlich. Ein Roman von einem zugezogenen Berliner, der nicht in Berlin spielt, würde mir schließlich meine ganze Theorie kaputt machen!</p>
<p>In diesem Sinne, Danke, Herr Regener!</p>
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		<title>Bitte wenden?</title>
		<link>http://www.felix-welt.de/bitte-wenden/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 22:10:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Neubüser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheiden]]></category>
		<category><![CDATA[Tresenweisheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitreisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine Orientierung ist so schlecht, dass ich mich sogar dann verfahren kann, wenn ich mit einem Navi unterwegs bin. Irgendwie schaffe ich es immer, falsch abzubiegen. Ich glaube einfach, es gibt kaum einen Ort, an dem ich mich nicht verlaufen oder &#8230; <a href="http://www.felix-welt.de/bitte-wenden/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.felix-welt.de/wp-content/uploads/2011-02-08-Navigation.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2148" title="2011-02-08-Navigation" src="http://www.felix-welt.de/wp-content/uploads/2011-02-08-Navigation.jpg" alt="" width="288" height="161" /></a>Meine Orientierung ist so schlecht, dass ich mich sogar dann verfahren kann, wenn ich mit einem Navi unterwegs bin. Irgendwie schaffe ich es immer, falsch abzubiegen. Ich glaube einfach, es gibt kaum einen Ort, an dem ich mich nicht verlaufen oder verfahren könnte.</p>
<p>Das ist normalerweise nicht weiter dramatisch. Ich weiß ja, dass ich manchmal etwas länger brauche, um von A nach B zu kommen und kalkuliere den unfreiwilligen Besuch in C, D und E eben einfach mit ein. Hat ja auch Vorteile, so sehe ich was von der Welt. Und wenn ich dann doch mal ganz falsch bin? Naja, ich kann ja immer noch umkehren.</p>
<p>Zumindest theoretisch. Das mit dem Umkehren wird nämlich immer komplizierter, je länger man schon auf der falschen Strecke unterwegs ist. Der Weg zurück wird nicht nur weiter, er ist auch immer schwerer zu finden.</p>
<p>Dass das nicht nur fürs Autofahren gilt, ist mir das erste mal bewusst geworden, als ich gerade mein erstes Studium in Düsseldorf begonnen hatte. Ich glaube, ich habe mich selten zuvor so frei gefühlt wie damals. Dazu muss man wissen, dass vor diesem Studium 13 Jahre Schule und etwas über ein Jahr Bundeswehr gelegen hatten. In Düsseldorf wurde mir zum ersten Mal bewusst, jederzeit wieder umdrehen und von jetzt auf gleich etwas ganz anderes machen zu können. Dieses Gefühl war neu für mich.</p>
<p>Es hielt etwa drei Wochen. So lange dauerte es, bis die neue Freiheit Alltag geworden war. Jeder neue Tag machte das Wenden komplizierter, denn mit jedem neuen Tag wurde der Weg zurück weiter. Mehr noch: plötzlich gab es etwas zu verlieren &#8211; nämlich das, was ich mir bis dahin aufgebaut hatte.</p>
<p>Der Weg ist das Ziel, behauptet ein altes Sprichwort. Mit meinem Weg bin ich eigentlich bislang ganz zufrieden. Trotzdem gibt es immer wieder Situationen, in denen mir besonders deutlich bewusst wird, dass es viele Wege gibt und &#8220;bitte wenden&#8221; zwar eine Option für Navigationsgeräte sein mag, im realen Leben aber nicht immer so einfach ist. Zumindest nicht ohne Verluste &#8211; und die Gefahr, sich erneut zu verfahren.</p>
<p>In diesem Sinne, die Route wird berechnet &#8230;</p>
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		<title>Glory Days</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Jan 2011 22:44:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Neubüser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Fremde Federn]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitreisen]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="360" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.dailymotion.com/swf/video/x17exb_bruce-springsteen-glory-days_music?additionalInfos=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="360" src="http://www.dailymotion.com/swf/video/x17exb_bruce-springsteen-glory-days_music?additionalInfos=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
Ich glaube, ich war 15, als ich das erste Mal von den glorreichen Tagen gehört habe. Bruce Springsteen trug ein Hemd, das er an den Armen hochgekrempelt und an der Knopfleiste runtergeknöpft hatte. Außerdem sang er von einer Zeit, die er anscheinend vermisste, die aber zugleich schon oder noch nicht so weit weg war, dass man nicht nach ein paar Bier in einer Bar an der Straße darauf zu sprechen kommen konnte.</p>
<p>Mit 15 Jahren ist es schwer, sich so etwas vorzustellen. In der Pubertät kommt einem ein halbes Jahr schon wie ein halbes Leben vor, und man ist normalerweise froh, es hinter sich zu lassen und noch ein Stück erwachsener zu werden. Nostalgie ist nun einmal ein Gefühl, das Zeit braucht, um sich zu entwickeln. Und einen halbwegs gesicherten Standpunkt, von dem aus man damit anfangen kann.</p>
<p>Inzwischen ist es Freitagabend, 2011, und ich sitze zuhause vor meinem Laptop. Es ist mit Sicherheit keiner dieser Abende, an die ich mich später einmal erinnern werde. Zugleich erinnere ich mich aber an so manchen anderen Freitagabend, der noch nicht ganz so lange her ist.</p>
<p>Bruce Springteen hat &#8220;Glory Days&#8221; 1982 aufgenommen. Springsteen war damals 33 Jahre alt &#8211; ich war drei. Heute, mit 31, frage ich mich manchmal, ob es da eine Schwelle gibt; einen Punkt, an dem die neuen Erlebnisse einfach nicht mehr gegen die alten Erlebnisse ankommen. Wenn es auf einmal naheliegender ist, in einer Kneipe beim Bier zu sitzen und über alte Erlebnisse zu sinnieren, statt neue Erlebnisse zu sammeln.</p>
<p>Ich werde dieses Jahr 32 Jahre alt, Bruce Springsteen 62. Erst im vergangenen Jahr hat &#8220;der Boss&#8221; ein neues Album veröffentlicht. Ich werte das mal als gutes Zeichen.</p>
<p>In diesem Sinne &#8211; working on a dream!</p>
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		<title>Sonntagsfahrer</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 21:31:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Neubüser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Gedankenwelten]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitreisen]]></category>

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		<description><![CDATA[In Berlin habe ich nur zwei Mal ein Auto gebraucht: Beim Einzug und beim Auszug. Beide Male war es ein gemieteter Möbelwagen. Ansonsten kommt man in der Hauptstadt sehr gut ohne eigenen Wagen aus &#8211; zumindest wenn man keine Schränke &#8230; <a href="http://www.felix-welt.de/sonntagsfahrer/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="http://www.flickr.com/photos/felix-welt/5382361162/" href="hhttp://www.flickr.com/photos/felix-welt/5382361162/" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-2130" style="margin-right: 4px;" title="2011-01-23-Kilometer" src="http://www.felix-welt.de/wp-content/uploads/2011-01-23-Kilometer.jpg" alt="" width="280" height="198" /></a>In Berlin habe ich nur zwei Mal ein Auto gebraucht: Beim Einzug und beim Auszug. Beide Male war es ein gemieteter Möbelwagen. Ansonsten kommt man in der Hauptstadt sehr gut ohne eigenen Wagen aus &#8211; zumindest wenn man keine Schränke transportieren möchte. Bahnen und Busse fahren rund um die Uhr, und auch wenn da mal was dazwischen kommt (Streik, Unfall, Bauarbeiten), findet man normalerweise schnell zwei oder drei Leute, mit denen man sich ein Taxi teilen kann.</p>
<p>Mein erstes eigenes Auto habe ich mir daher erst nach dem zweiten Möbelwagen angeschafft, als ich aus Berlin weg und nach Baden-Württemberg gezogen bin. Zweieinhalb Jahre und 40.000 Kilometer ist das jetzt her.</p>
<p>Viele von diesen Kilometern bin ich sonntags gefahren. Mal war es der Weg zu einer neuen Wohnung, von der aus ich am nächsten Tag in eine neue Redaktion fahren würde. Dann wieder der Weg zu einem mehrtägigen Seminar, einem Kurzurlaub oder einfach nur (wie gestern) nach Hause nach einer Überraschungsparty von und bei früheren Kollegen.</p>
<p>Sonntags auf der Autobahn ist ein ganz eigenes Gefühl. Das bilde ich mir zumindest ein. Nirgendwo sonst (außer vielleicht beim Joggen, aber das ist was anderes) höre ich zum Beispiel so intensiv Radio. Viele Lieder klingen anders, wenn man sie im Auto hört &#8211; und das liegt nicht nur an der nahezu antiquarischen Musikanlage, die wie mein Auto stolze zwölfeinhalb Jahre auf dem Buckel hat. (Ich habe sogar noch ein Kassettendeck!)</p>
<p>Als beruhigend empfinde ich auch die Nachrichten, die zwar im Halbstundentakt kommen, sich aber trotzdem nur sehr langsam selbst erneuern. Man hat so das Gefühl, die Entwicklung der Welt da draußen Stück für Stück folgen zu können anstatt von ihr überrollt zu werden. Hinzu kommt das monotone Brummen des Motors. Ist man nicht zu spät unterwegs (oder sehr spät), die Autobahnen sind noch frei und man kann mit einer gleichbleibenden Reisegeschwindigkeit dahinrollen, hat dieses Geräusch fast meditative Wirkung.</p>
<p>Zugleich aber kann schon ein simples Hinweisschild auf ein Autobahnkreuz so viele Emotionen heraufbeschwören, wie sonst nur ein ganzes Fotoalbum. Da ich einen großen Teil der 40.000 Kilometer in Baden-Württemberg gefahren bin und davon wieder mehr als die Hälfte auf der <a href="http://www.felix-welt.de/a81/">A81, A8 und A5</a>, verbinde ich mit den meisten Autobahnabschnitten im Ländle inzwischen gleich mehrere Erinnerungen &#8211; und alle paar Sonntage kommen neue dazu.</p>
<p>In diesem Sinne, gute Fahrt!</p>
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		<title>Zeit, Du Betrüger!</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Dec 2010 21:42:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Neubüser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Desillussionierend]]></category>
		<category><![CDATA[Gedankenwelten]]></category>
		<category><![CDATA[Tresenweisheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitreisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Zeit kann es uns ja doch nicht Recht machen. Mal läuft sie zu schnell, dann wieder viel zu langsam. Wenn wir uns auf etwas freuen, können sich ein paar Stunden ewig hinziehen. Trotzdem reicht diese Ewigkeit nie, um die &#8230; <a href="http://www.felix-welt.de/zeit-du-betruger/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeit kann es uns ja doch nicht Recht machen. Mal läuft sie zu schnell, dann wieder viel zu langsam. Wenn wir uns auf etwas freuen, können sich ein paar Stunden ewig hinziehen. Trotzdem reicht diese Ewigkeit nie, um die Vorfreude angemessen auszukosten. Und wehe, wir wünschen uns, dass ein Moment möglichst schnell vorbei geht &#8211; unfreiwillig lernen wir dann, was &#8220;Ewigkeit&#8221; wirklich bedeutet.</p>
<p>Nicht nur das. Zeit ist relativ, nicht nur im Einsteinschen Sinne, sondern auch bezogen auf unser eigenes Leben. Für einen kleinen Jungen, der gerade seinen fünften Geburtstag gefeiert hat, entspricht das Jahr bis zum nächsten Geburtstag einem Fünftel seines Lebens &#8211; relativ gesehen also genau so viel wie für einen 25-Jährigen die Zeit bis zum 30. Geburtstag oder für einen 50-Jährigen die Zeit zum 60. Geburtstag. Kein Wunder also, dass die Zeit mit zunehmenden Alter immer mehr zu rasen scheint.</p>
<p>Die Zeit vergeht immer gleich schnell? Trotz alledem: aber ja doch. Nur weiß sie das verdammt gut zu verbergen &#8230;</p>
<p>In diesem Sinne, Gruß an die Zeit, den alten Betrüger!</p>
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