Vermutlich ist sie irgendwo da draußen, die perfekte Frau. Von mir aus kann sie auch da bleiben. Ich will sie nicht. Sie würde mir den ganzen Tag vor Augen führen, dass ich nicht perfekt bin.
Frauen können Stunden damit zubringen, Pickel zu überschminken, reale (oder gefühlte) Fettpölsterchen zu kaschieren und ihre vermeintlich zu kleinen (oder zu großen Brüste) größer (oder kleiner) wirken zu lassen. Perfektion ist alles, scheinen sie zu denken. Quatsch, denke ich. Eine perfekte Frau – was wollte die denn mit einem Typen wie mir?
Abgesehen davon mag ich gerade die kleinen Fehler. Was das Aussehen angeht, aber auch sonst. Sie machen einen Menschen sympathisch. Außerdem machen sie interessant. Denn Perfektion ist irgendwie auch immer steril – und damit langweilig.
Was will ich mit einer Frau, die immer perfekt aussieht, immer das richtige sagt und immer die richtigen Entscheidungen trifft und getroffen hat? Ich würde mir nicht nur furchtbar dumm, hässlich und klein vorkommen. Ich wüsste auch irgendwann gar nicht mehr, was ich mit so einer Frau reden sollte. Sie wüsste es doch eh besser – und vermutlich würde sie mir das perfekt-versteckt und rücksichtsvoll beibringen.
Wie erfrischend ist da eine Frau, bei der vielleicht auch mal die Hose an der Hüfte zwickt und die unterhaltsam von den dummen Fehlern erzählen kann, die sie gemacht hat! Die vielleicht nicht perfekt, aber deswegen auch nicht langweilig ist und neben der auch ich mir nicht den ganzen Tag so fies unperfekt vorkäme. Ganz ehrlich: So eine Frau wäre perfekt für mich!
In diesem Sinne – nicht perfekte Frauen, bitte melden!
Kann man sich eigentlich nachträglich verlieben? Nachträglich zum Geburtstag gratulieren, das ist zwar unhöflich, aber es funktioniert. Nachträglich Beschweren, klappt auch. Nachträglich schlauer sein? Manchmal.
Manche Dinge möchte man gar nicht so genau wissen. Als mir die Frau im Depot des Paketdienstes zum Beispiel erzählte, sie wäre gern ein Mann, da wäre ich am liebsten weggelaufen.
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