Just married

Danke für die Glückwünsche. Sowohl zum Geburtstag – als auch zur Hochzeit. Die Braut, Ihr Bräutigam und ich haben uns sehr gefreut.

Ich weiß, ich habe das auch vor einem Jahr schon geschrieben, trotzdem bin ich immer noch fasziniert: seit Facebook an Geburtstage erinnert, gratulieren mir Leute, die ich seit Jahrzehnten (!) und zum Teil sogar noch nie gesehen habe. Dieses Jahr allerdings nicht nur zum Geburtstag, was zwei Gründe hat.

  1. Vor eineinhalb Wochen war ich auf der Hochzeit einer lieben Freundin am Bodensee. Neben zahlreichen Gästen war auch ein Fotograf anwesend, der mehrere hundert Fotos gemacht hat. Darunter eins von der Braut und mir. Dieses Foto hat die Braut bei Facebook in einem Fotoalbum veröffentlicht und dieses Album “Hochzeit” genannt.
  2. Außerdem bin ich auf dem Foto verlinkt, sprich: es wird auf meinem Facebook-Profil unter “Fotos” angezeigt.

Gleich mehrere meiner Facebook-Freunde haben hier 1+1 zusammengezählt – Hochzeit plus Felix – und sich mit mir über meine vermeintliche Hochzeit gefreut. In einem Kommentar wurden sogar recht eindringlich die Baby-Frage gestellt.

Ich kann das verstehen. Schließlich ist es nicht meine erste Hochzeit. Vor einiger Zeit haben eine gute Freundin und ich aus einer Schnapslaune heraus unseren Beziehungsstatus bei Facebook auf “verheiratet” geändert – mit der Folge, dass unsere Hochzeit begeistert begrüßt wurde. Es hagelte Glückwünsche – zumindest bei mir.

Da fragt man sich doch, warum man eigentlich noch im wahren Leben heiraten soll. Facebook reicht ja anscheinend völlig. In diesem Sinne …

Sex im Flugzeug IV

Es wird mal wieder Zeit für Sex im Flugzeug, finde ich. Obwohl Sex im Flugzeug längst nicht mehr das ist, was er mal war.

In den Suchbegriffen, mit denen die Menschen auf Felix’ Welt gelandet sind, kommt er nämlich nur noch ganz am Rande bzw. am Ende der Liste vor – weit abseits der Top-Liste.

Hier die Top-5 für September:

  1. Felix Welt
    (laaaangweilig!)
  2. Christian Lindner Barney Stinson
    (und ich dachte immer, ich wäre der erste, dem die Ähnlichkeit aufgefallen ist)
  3. Nackt bügeln
    (wenigstens das habt Ihr mir gelassen – Teil I und Teil II … wobei ich mich schon frage, was an nackter Hausarbeit so toll ist – und warm sich niemand mehr für Sex im Flugzeug interessiert)
  4. Arschloch Bonus
    (wohl ein Frage, die die männliche Menschheit bis zum jüngsten Tag bewegen wird. Der dazugehörige Blog-Eintrag ist immerhin schon dreieinhalb Jahre alt!)
  5. Barney Lindner
    (Die Kurzform von  Punkt 2, oder?)

In diesem Sinne, frohes Suchen – und Finden!

Komisch

Blogger sind ein komisches Volk. Da ich seit vier Jahren blogge, gehöre ich wohl dazu. Verzeiht mir also das eine oder andere harte Wort – ich weiß, wie es sich anfühlt, ich richte es schließlich letztlich auch an mich selbst.

Bevor man etwas im Internet veröffentlicht, sollte man sich vorstellen, die selbe Info irgendwo deutlich sichtbar auf eine Plakatwand in der Innenstadt zu sprühen, heißt es. Das klingt banal, macht aber Sinn.

Aus beruflichem wie privaten Interesse klicke ich mich immer wieder durch die inzwischen zahllosen Blogs, Facebook-Profile und was das WWW sonst noch so hergibt. Und immer wieder lande ich auf Seiten, bei denen ich mich frage: Muss das wirklich öffentlich zugänglich sein?

Auch bei meinem eigenen Blog stelle ich mir immer wieder diese Frage. Ich sehe schließlich, wie oft Leute mit meinem Namen als Suchbegriff bei Felix’ Welt landen (zugegeben – “Nackt bügeln” ist immer noch der häufiger gesuchte Begriff). Und es hat eben schon etwas Surreales, wenn mich ein Bewerber in einem Vorstellungsgespräch darauf anspricht, dass er auch findet, dass der FDP-Generalsekretär Christian Lindner aussieht wie Barney Stinson aus der US-Comedy-Serie “How I Met Your Mother”.

Andererseits hänge ich an meinem Blog. Es gefällt mir, hier Gedanken in die Welt zu schreien, selbst wenn diese falsch verstanden werden könnten (siehe: Bloggendes Ich). Einträge wie “Karierter Rock” mögen für manche Menschen einen komischen Beigeschmack haben, trotzdem möchte ich sie nicht rückgängig machen.

Manchmal irritiert es mich, wenn mich Freunde und/oder Kollegen unvermittelt auf einzelne Felix-Welt’-Einträge ansprechen – manchmal mit mehr als einem Augenzwinkern. Andererseits bekomme ich immer wieder Emails von wildfremden Menschen, die sich für einzelne Einträge bedanken, sich zu meinen Gedankengängen äußern oder einfach nur ihre Meinung mitteilen möchten.

Ganz klar, Blogger sind komische Menschen. Ich auch. In diesem Sinne …

Originalfälschung

Muss ein Original ein Original sein? Nicht, wenn man nach der Ansicht des Online-Shops Portofrei24 geht. Die werben zwar großspurig und mit Markenlogos unterstrichen damit, Originalware zu verkaufen – in diesem Fall zum Beispiel Handy-Akkus.

Allerdings heißt Original nicht zwangsläufig Original. Schließlich verkaufe man auch “kostengünstigere Produkte von Drittanbietern”. Die verwendeten Markennamen dienten daher unter Umständen “nur zur Verdeutlichung der Kompatibilität unserer Produkte mit den Produkten verschiedener Hersteller”.

Gut, dass ich den dezenten Hinweis rechtzeitig gesehen hab – nach schlechten Erfahrungen wollte ich nämlich ein originales Original kaufen – und nicht nur eine original verdeutlichte Fälschung.

In diesem Sinne, Danke auch!

Verloren

Eigentlich müssten sie überall sein: Autos, die nicht wiedergefunden wurden. Autos, die jahrelang auf Parkplätzen rumstehen, weil ihr Besitzer hilflos durch die Gegend irrt. Autos, die irgendwann verrotten und dann erst recht nicht mehr gefunden werden, weil sie nur noch Rost und Plastik sind.

Das könnte man zumindest meinen, wenn man bedenkt, wie viele Apps es inzwischen für das iPhone gibt, die nur einen Zweck haben: sein eigenes Auto wiederzufinden.

Ich finde das faszinierend. Dass ich keine Orientierung habe, habe ich schon geschrieben. Aber dass da draußen Tausende, ja wahrscheinlich Millionen andere Menschen sind, die ein Smartphone brauchen, um sich a) zu merken, wo sie geparkt haben und b) wie sie dorthin zurück kommen – irgendwie finde ich das beruhigend. Und befremdend.

In diesem Sinne, gute Fahrt!

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