Tag Archive for 'Tresenweisheiten'

Zeitstrahl

Hätte sie gewusst, was sie damit anrichtet, wäre ihr das Schlussmachen sicher leichter gefallen. Ihrer Entscheidung vor über zehn Jahren verdanke ich nämlich heute meinen besten Freund.

Wir kannten uns von der Schule, hatten aber nur sporadisch miteinander zu tun gehabt. Dass ich ausgerechnet ihn anrief, als sie entschied, mich nicht mehr zu wollen, lag vor allem daran, dass ich niemand anderen erreichte – und dass er nicht weit weg wohnte. Wir trafen uns in einer Pizzeria in der Nähe, wo wir ein paar Frustbiere tranken, blödes Zeug redeten und irgendwann entschieden, zusammen in den Urlaub zu fahren.

Rückblickend weiß ich, dass dieser Abend mein Leben verändert hat. Ich bin nicht nur gleich mehrere Sommer hintereinander mit B. in den Urlaub gefahren, bis heute kann ich mir keinen besseren Freund vorstellen. Er hat meinen Freundeskreis geprägt und viele spätere Entscheidungen beeinflusst, einfach, weil wir darüber gesprochen haben.

B. ist nicht allein. Wenn ich zurückdenke, gibt es gut zwei Hände voll von Ereignissen, die mein Leben entscheidend beeinflusst haben. Viele davon lassen sich auf dem Zeitstrahl ziemlich genau lokalisieren – genau wie dieses folgenschwere Biertrinken nach dem Verlassenwerden.

Doch: Was wäre eigentlich gewesen, wenn ich B. damals nicht angerufen hätte?

Ich finde diese Frage ziemlich unheimlich. Sollte das eigene Leben wirklich von solch banalen Entscheidungen und Zufällen abhängen (“Back to the Future”)?  Oder manifestiert sich in solchen Momenten nur besonders öffentlichkeitswirksam eine Richtung, die ohnehin längst eingeschlagen wurde (Gummibandtheorie)? Eine Antwort habe ich (noch) nicht.

In diesem Sinne, gute Reise auf dem Zeitstrahl!

Hustensaftbeziehungen

Hustensaft darf nicht schmecken, sonst wirkt er nicht. Beziehungen, um die man nicht kämpfen muss, sind nichts wert. Beide Aussagen sind Quatsch. Die zweite vielleicht noch mehr als die erste.

Eine gute Freundin von mir hat sich kürzlich verliebt. Er sei toll, sagt sie, so unkompliziert. Ungewohnt, findet sie, aber schön. Dabei hat sie mich an den Hustensaft erinnert. Und an mich selbst.

Aus dem Stegreif kann ich mindestens eine Hand voll Frauen aufziehen, bei denen ich mir sicher war: Wenn ich nur lange genug durchhalte, dann wird das was mit uns. Zum Teil ging es über Monate. Wirklich funktioniert hat es trotzdem nie – egal wie lange ich durchgehalten habe. Nur gelernt habe ich nichts aus diesen Erfahrungen. Und das ist es, was mich gerade wundert.

Schließlich habe ich auch ganz andere Erfahrungen gemacht. Es gab sie, die Frauen, mit denen es wie von selbst lief. Man lernte sich kennen, kam sich näher und irgendwann ganz nahe – ganz unkompliziert. Nicht oft, aber immerhin. Sollte mich das nicht nachdenklich machen? Wieso fallen wir Menschen – und ich verallgemeinere jetzt einfach mal – immer wieder auf das selbe Spiel rein? Warum meinen wir, was kompliziert anfängt, wird schon irgendwann einfach enden? Wieso darf Hustensaft nicht helfen und schmecken?

Sehen wir den Tatsachen doch ins Gesicht: Wenn es schon vor dem Beginn einer Beziehung nicht funktioniert, wird daran auch eine Beziehung nichts ändern – egal wie sehr Hollywood das Gegenteil propagiert! Und wenn man dem Hustensaft nur genügend Zucker beimischt, dann schmeckt er auch irgendwann.

In diesem Sinne, ein Hoch auf das Unkomplizierte!

Letztens früher

Vielleicht gibt es ihn auch gar nicht. Andererseits scheint mein Kopf  ihn aber zu kennen. Er verrät ihn mir nur nicht. Dabei stelle ich immer wieder fest, wie scheinbar plötzlich aus einem “letztens” ein “früher” geworden ist. Nur den Punkt, an dem das passiert, versteckt sich hartnäckig vor meinem Bewusstsein.

Ich finde das immer wieder faszinierend. Denke ich nämlich an einen bestimmten Punkt in der Vergangenheit, scheint der noch gar nicht so lange her zu sein. Letztens halt. Rufe ich mir allerdings ins Gedächtnis, was seitdem alles passiert ist, scheint dieselbe Erinnerung mindestens eine halbe Ewigkeit weit weg zu sein. Warum das so ist, verstehe ich wohl. Ich begreife es aber nicht.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Erinnern!

Weizen-Felix

Jetzt bin ich wohl angekommen: Als ich vor kurzem in der Kneipe in der Nähe meiner Wohnung ein Feierabendbier trinken war, musste ich mein Bier nicht bestellen. Das hat statt dessen die Kellnerin für mich gemacht. “Weizen?” wollte sie wissen, noch während ich mich hingesetzt habe.

Weizen habe ich in den letzten sechs Wochen hier ein paar Mal getrunken. In so fern habe ich mich zunächst auch gefreut, dass sie mich wiedererkannt hat. Wenn Barkeeper wissen, was man trinkt, hat das immer auch etwas von angekommen sein. Das Problem dabei ist allerdings, dass mein Biergeschmack recht diffizil ist.

Ich mag zum Beispiel keine kleinen Gläser. Ich finde es doof, wenn ich den ersten, großen Schluck gemacht habe und das Glas ist anschließend leer. Schön sind dagegen einfache 0,5-Liter-Glaskrüge, wo man sich auch bei Sommerhitze und großem Durst keine Sorgen um den ersten Schluck machen muss.

Andererseits mag ich es, wenn das Bier keine all zu lange Reise machen musste, bis es in meinem Glas landet. Und regionale Spezialitäten probiere ich sowieso gerne. In Köln mag ich daher Kölsch und in Düsseldorf Alt, selbst wenn beides ja  nun mal traditionell aus sehr kleinen Gläsern kommt. Und auch wenn ich hin und wieder gerne Weizen trinke, bin ich doch auch ein großer Freund der eher herberen Pilsvarianten. Jever würde ich zum Beispiel sogar dann gerne trinken, wenn die Marke nicht so herrlich entspannende Werbung machen würde.

Nun tut das alles aber eigentlich gar nichts zur Sache. Das Bier ist ohnehin nur Sympton, nicht Ursache. Ich bin angekommen. Das liegt nicht am Bier. Obwohl man es wunderbar daran festmachen kann.

In diesem Sinne, Prost!

Goldwaage

Eigentlich war er nur so dahergesagt, ein Satz zwischen vielen anderen Sätzen eben. Doch nicht für sie. Zielsicher hatte sie sich diesen einen Satz herausgepickt und ritt nun schon eine gefühlte Ewigkeit darauf herum. “‘Manchmal finde ich dich schon schwierig’ – sowas sagt man doch nicht einfach so”, beharrte sie. ”Doch”, antwortete ich, “genau das tut man.”

Sie war eine gute Freundin von mir, vielleicht sogar mehr, ganz sicher war ich mir da nicht. Weder von ihrer noch von meiner Seite. Möglicherweise legte sie deshalb nicht nur jedes meiner Worte auf die Goldwaage, sondern beschwerte einige davon sogar noch mit zusätzlichem Gewicht.

16.000 Wörter sagt ein durchschnittlicher Mensch pro Tag. Das hat der deutsche Psychologe Matthias Mehl herausgefunden, nachdem er das Sprechverhalten von 400 amerikanischen Studenten untersucht hatte. Als besonders bemerkenswert wurde bei Veröffentlichung der Studie hervorgehoben, dass es keinen nennenswerten Unterschied zwischen Männern und Frauen zu geben schien. Was Mehls Probanden den lieben langen Tag plapperten blieb dagegen gänzlich unberücksichtigt. Dabei liegt genau hier das Problem.

Bei 16.000 Worten kann nicht jedes einzelne perfekt sitzen. Im Gegenteil: Vermutlich ist sogar ein Großteil dessen, was wir so täglich von uns geben, ziemlicher Blödsinn – zumindest wenn man mit der Goldwaage daherkommt. Und dummerweise können wir nicht wirklich steuern, wann unser Gegenüber eben das tut.

Immer wieder erwische ich sogar mich selbst dabei, wie ich mich an einzelnen Sätzen oder Worte klammere. Ich analysiere sie, ziehe Schlüsse und konstruiere aufwendige Gedankenpyramiden – während mein Gesprächspartner sich später nicht mal daran erinnern kann, dieses oder jenes überhaupt gesagt zu haben.

Kein Wunder: Ein Gespräch ist schließlich kein Arbeitszeugnis, bei dem jede Differenzierung wohl überlegt ist. Meist macht es keinen Unterschied macht, ob man nun “volle” oder “vollste” Zufriedenheit sagt. Trotzdem neigt der Mensch offenbar dazu, hin und wieder genau diese Überlegtheit anzunehmen – und das nicht immer zu recht.

“Manchmal finde ich Dich schon schwierig.” Ich hatte das schon Tage vorher gesagt. Wir hatte darüber gescherzt, dass sie jede Speisekarte drei Mal lesen musste, ehe sie sich für ein Gericht oder ein Getränk entscheiden konnte. Gedacht hatte ich mir bei der Äußerung nichts, wohl aber mit dem Nachgeschobenem “Aber genau darum mag ich dich”. Nur hatte sie das leider vergessen – obwohl das durchaus ernst gemeint gewesen war.

In diesem Sinne, nicht immer gut zuhören!

Topfdeckeltopf

Es gibt ein Sprichwort, dass ganz unverschämt unterstellt, auf jeden Topf würde ein Deckel passen. Nicht zwei, ein halber oder vielleicht zweieinhalb Deckel, sondern ganz genau einer. Außerdem darf es nicht irgendein Deckel sein, sondern nur ein ganz bestimmter – der passende nämlich. Und den hat man gefälligst zu finden. Findet jedenfalls das Sprichwort.

Ein schöner Rat, von der Idee her. Vielleicht ist es aber auch einfach eine Frage des Alters, dass es in meinem Bekannten- und Freundeskreis derzeit von Töpfen und den dazu passende Deckeln nur so zu wimmeln scheint. Es wird jedenfalls geheiratet, was das Zeug hält. Es ist erst Februar, bis Ende August bin ich aber – zumindest was Hochzeiten angeht – einigermaßen ausgebucht.

Ich nehme ab das den Menschen, die mich eingeladen haben, nicht übel. Im Gegenteil, ich mag Hochzeiten. Alle ziehen sich chic an und meist gibt es auch etwas gutes zu Essen und zu trinken. Und wenn sich wirklich zwei vermeintlich Seelenverwandte gefunden haben, freue ich mich auch für sie. Allerdings frage ich mich manchmal, in wie fern bei Hochzeiten wirklich Topf und Deckel zusammenkommen – und ob es nicht doch für jeden Topf mehrere mehrere möglich Deckel gibt.

Vielleicht ist man irgendwann einfach nur müde, nach dem passenden Deckel zu suchen. Die Nudeln kochen eben nach einer Weile einfach so lange vor sich hin, dass auch ein Deckel reicht, der nur irgendwie auf dem Topf liegen bleibt, ohne runterzufallen – selbst wenn er eben nicht perfekt passt. (Ganz generell gedacht – unabhängig von den aktuellen Einladungen natürlich!)

Es gibt Statistiken, die aussagen, dass der Durchschnittsmensch so und so viele Beziehungen führt, bis er schließlich den Mann / die Frau fürs Leben findet (die Zahlen variieren je nach Statistik). Wissenschaftlich gesehen scheint da doch mehr die Zahl im Vordergrund zu stehen, als der Mensch, der die Nummer trägt. Und vielleicht kommt es ja wirklich mehr darauf an, sich selbst irgendwann deckelfertig zu fühlen und weniger darauf, wer eigentlich der Deckel ist?

Ich bin jedenfalls ziemlich sicher, dass das Sprichwort lügt! Für jeden Topf gibt es nicht nur einen Deckel, sondern mehrere – und diese Deckel passen auch nicht nur auf einen Topf, sondern auf mehrere verschiedene Töpfe! Entscheidend ist letztlich nämlich etwas ganz anderes: Nämlich ob Topf und Deckel wollen – der Rest ergibt sich dann meistens von allein. Zumindest wenn es nicht wirklich ums Kochen geht.

In diesem Sinne, viel Spaß bei Töpfern!

Unauffällig unsichtbar

Manchmal bin ich unsichtbar. Zumindest komme ich mir so vor. In Wirklichkeit sehe ich wohl gerade unsichtbar ziemlich blöd aus.

Unsichtbar sitze ich nämlich am liebsten mit meinem Notizbuch in irgendeiner Kneipe oder einem Café und beobachte die Menschen um mich herum. Und natürlich bin ich dann nicht wirklich unsichtbar, auch wenn ich mir manchmal so vorkomme; höchstens unauffällig. Und wer mich trotzdem sieht, der wundert sich wahrscheinlich, was ich stundenlang vor mich hinschreibe.

Es ist beängstigend, was man als Außenstehender alles sieht. Das flirtende Paar, bei dem von vornherein klar ist, dass es später am Abend miteinander im Bett landen wird. Beide arbeiten konsequent darauf hin. Allerdings sind beide derart fixiert auf ihre eigene Wirkung, dass sie gar nicht merken, wie unwichtig die längst für beide ist, weil die Entscheidung ohnehin schon getroffen wurde.

Einen Tisch weiter ist es genau anders herum. Er will – sie nicht. Allerdings hat er das noch nicht begriffen. Mit großen Gesten erzählt er ihr davon, wie toll er ist. Sie dagegen beschäftigt sich damit, auszutesten, wie weit sie ihr Rotweinglas kippen kann, ohne dass etwas von dem Wein auf die hölzerne Tischplatte tropft. Irgendwann reicht er ihr ein Taschentuch – um den Wein aufzuwischen.

Es hat etwas seltsam desillusionierendes, wie klar und eindeutig manche Situationen von außen betrachtet plötzlich sind. Ich frage mich, wie ich mit etwas Abstand aussehe. Zumindest, wenn ich nicht gerade unsichtbar bin.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Zuschauen!

Treseninseln

Die meisten sitzen auf Barhockern. Sie könnten aber auch genau so gut auf einsamen Inseln hocken. Es ist Samstagnacht in einer dieser Diskotheken, die niemanden unter 21 Jahren reinlassen, wohl aber einige, die schon zwei Mal 21 Jahre alt sind. Die Musik pendelt zwischen Lady Gaga und Wolfgang Petry. Auch die Menschen auf der Tanzfläche tun das. Einige schaffen es sogar, beiden gleichzeitig ähnlich zu sehen, wenn auch nur von weitem.

Allerdings tanzen nicht alle. Es sind vor allem Männer, die meisten wohl zwischen 25 und 45 Jahre alt, die auf den hölzernen Hockern rund um die Theke sitzen, die eckig quer durch den Raum läuft. Die Blicke der Männer sind auf die Tanzfläche gerichtet, manche wackeln ungelenk mit dem Fuß und/oder Kopf zur Musik. Freiwillig tanzen würde wohl keiner von ihnen, auch wenn in den Blicken schon so etwas wie Sehnsucht liegt.

Die Männer wissen allerdings, dass sie nicht-tanzend die bessere Figur machen. Und so ganz haben sie die Hoffnung nicht aufgegeben, doch irgendwie mit einer der Frauen ins Gespräch zu kommen, auf deren kurze Röcke und enge Hosen sie möglichst unauffällig schielen.

Nicht alle Männer in der Disco sind so. Einige tanzen, viele mit der eigenen Freundin. Am Tresen sitzt dagegen der Männerüberschuss des Clubs. In gewisser Weise sind es traurige Gestalten. Viele von ihnen sind zudem wohl regelmäßig hier, und ebenso regelmäßig bleiben sie allein, wenn irgendwann später am Abend “die Reste” verteilt werden, also noch einmal rücksichtslos all die Frauen angebaggert werden, die noch alleine und möglicherweise auf der Suche zu sein scheinen.

In diesem Sinne, arme Treseninseln!

Shoppingblick

Ich schreibe diesen Eintrag nicht freiwillig. Ich muss ihn aber verfassen, denn wenn ich es nicht tue, wird sie es tun. Dabei hatte sie gar nicht so viel Zeit wie ich, um den Blick der Männer zu studieren, die wie die Hühner auf der Stange auf der schmalen Bank vor den Anprobekabinen saßen. Sie stand nämlich in einer der Kabine, während ich mit den anderen Männern davor saß.

Für Männer ist shoppen zu gehen ein notwendiges Übel. Würde es nicht komisch aussehen, würde vielen von uns wohl auch ein locker übergehängtes Bärenfell reichen. Das hat schließlich über Jahrhunderte lang gut funktioniert. Auf der Jagd nach Mammuts war es eh nicht so wichtig, wie jemand aussah.

Um so weniger begreifen wir Männer, wie Frauen Stunden damit zubringen können, lauter (scheinbar!) völlig gleich aussehende Oberteile gegeneinander aufzuwiegen und dabei in Gedanken den Inhalt ihres Kleiderschrankes wieder und wieder auf Kombinationsmöglichkeiten hin durchzugehen. Wir Männer verstehen auch nicht, wieso Frauen ein Kleidungsstück nicht einfach kaufen können, wenn es ihnen doch gefällt. Warum müssen sie vorher erst unzählige weitere, ganz ähnlich aussehende, Kleidungsstücke anprobieren, bevor sie dann doch wieder da landen, wo sie mit der Suche begonnen haben?

Eben diese Fragen sind den Männern auf der schmalen Bank vor den Umkleidekabinen wohl durch den Kopf gegangen, während ihre Frauen sich drinnen vor dem Spiegel wieder und wieder aus- und anzogen. Diese Gedanken spiegelten sich auch in den Gesichtern der Männer, vermischt mit Müdigkeit und Resignation, beides mehr oder weniger mühsam unterdrückt, je nachdem wie lange sie schon mit ihren Freundinnen zusammen waren.

Ich werde wohl nie begreifen, was Frauen am Shoppen finden. Allerdings haben auch sie einen ganz eigenen Blick dabei. Es ist so ein leises Leuchten in den Augen, nicht unähnlich dem Blick eines Mannes, der irgendetwas auseinanderschrauben darf, irgendwie glücklich, nur weniger kindlich. Und es gibt sogar einen kurzen Moment, in dem Mann und Frau in derselben Sekunde gleich zufrieden dreinschauen: Wenn beide nach erfolgreichem Einkauf den Laden verlassen nämlich.

In diesem Sinne, schön, dass heute Sonntag ist!

Sternengucker

Wer mich sieht, hält mich wahrscheinlich für verrückt. Ich kann das verstehen, ich sehe auch komisch dabei aus. Ich gucke gern in den Himmel und in die Sterne. Nicht mit Sinn und Verstand, wie es ein Astronom tut, sondern vielmehr sinnlos und ganz bewusst ohne Verstand. Ich finde das entspannend.

Das schöne am menschlichen Gehirn ist nämlich, dass es unmöglich nichts tun kann. Gibt man ihm keine konkrete Aufgabe, fängt es irgendwann an, wahllos vor sich hin zu denken. Der Blick in die Sterne wird also zu einer Art Achterbahnfahrt durch den eigenen Kopf. Gedanken, auf die man selbst nie gekommen wäre, tauchen plötzlich vor dem inneren Auge auf. Wie im wirklichen Leben, oder?

Natürlich sind wir der Meinung, dass wir bestimmen, wo es lang geht. Das ist sicher auch nicht ganz falsch. Trotzdem kommt es meistens doch anders – zumindest als wir denken.

In diesem Sinne, Grüß mir die Sonne!