Tag Archive for 'Mitmenschen'

Treseninseln

Die meisten sitzen auf Barhockern. Sie könnten aber auch genau so gut auf einsamen Inseln hocken. Es ist Samstagnacht in einer dieser Diskotheken, die niemanden unter 21 Jahren reinlassen, wohl aber einige, die schon zwei Mal 21 Jahre alt sind. Die Musik pendelt zwischen Lady Gaga und Wolfgang Petry. Auch die Menschen auf der Tanzfläche tun das. Einige schaffen es sogar, beiden gleichzeitig ähnlich zu sehen, wenn auch nur von weitem.

Allerdings tanzen nicht alle. Es sind vor allem Männer, die meisten wohl zwischen 25 und 45 Jahre alt, die auf den hölzernen Hockern rund um die Theke sitzen, die eckig quer durch den Raum läuft. Die Blicke der Männer sind auf die Tanzfläche gerichtet, manche wackeln ungelenk mit dem Fuß und/oder Kopf zur Musik. Freiwillig tanzen würde wohl keiner von ihnen, auch wenn in den Blicken schon so etwas wie Sehnsucht liegt.

Die Männer wissen allerdings, dass sie nicht-tanzend die bessere Figur machen. Und so ganz haben sie die Hoffnung nicht aufgegeben, doch irgendwie mit einer der Frauen ins Gespräch zu kommen, auf deren kurze Röcke und enge Hosen sie möglichst unauffällig schielen.

Nicht alle Männer in der Disco sind so. Einige tanzen, viele mit der eigenen Freundin. Am Tresen sitzt dagegen der Männerüberschuss des Clubs. In gewisser Weise sind es traurige Gestalten. Viele von ihnen sind zudem wohl regelmäßig hier, und ebenso regelmäßig bleiben sie allein, wenn irgendwann später am Abend “die Reste” verteilt werden, also noch einmal rücksichtslos all die Frauen angebaggert werden, die noch alleine und möglicherweise auf der Suche zu sein scheinen.

In diesem Sinne, arme Treseninseln!

Shoppingblick

Ich schreibe diesen Eintrag nicht freiwillig. Ich muss ihn aber verfassen, denn wenn ich es nicht tue, wird sie es tun. Dabei hatte sie gar nicht so viel Zeit wie ich, um den Blick der Männer zu studieren, die wie die Hühner auf der Stange auf der schmalen Bank vor den Anprobekabinen saßen. Sie stand nämlich in einer der Kabine, während ich mit den anderen Männern davor saß.

Für Männer ist shoppen zu gehen ein notwendiges Übel. Würde es nicht komisch aussehen, würde vielen von uns wohl auch ein locker übergehängtes Bärenfell reichen. Das hat schließlich über Jahrhunderte lang gut funktioniert. Auf der Jagd nach Mammuts war es eh nicht so wichtig, wie jemand aussah.

Um so weniger begreifen wir Männer, wie Frauen Stunden damit zubringen können, lauter (scheinbar!) völlig gleich aussehende Oberteile gegeneinander aufzuwiegen und dabei in Gedanken den Inhalt ihres Kleiderschrankes wieder und wieder auf Kombinationsmöglichkeiten hin durchzugehen. Wir Männer verstehen auch nicht, wieso Frauen ein Kleidungsstück nicht einfach kaufen können, wenn es ihnen doch gefällt. Warum müssen sie vorher erst unzählige weitere, ganz ähnlich aussehende, Kleidungsstücke anprobieren, bevor sie dann doch wieder da landen, wo sie mit der Suche begonnen haben?

Eben diese Fragen sind den Männern auf der schmalen Bank vor den Umkleidekabinen wohl durch den Kopf gegangen, während ihre Frauen sich drinnen vor dem Spiegel wieder und wieder aus- und anzogen. Diese Gedanken spiegelten sich auch in den Gesichtern der Männer, vermischt mit Müdigkeit und Resignation, beides mehr oder weniger mühsam unterdrückt, je nachdem wie lange sie schon mit ihren Freundinnen zusammen waren.

Ich werde wohl nie begreifen, was Frauen am Shoppen finden. Allerdings haben auch sie einen ganz eigenen Blick dabei. Es ist so ein leises Leuchten in den Augen, nicht unähnlich dem Blick eines Mannes, der irgendetwas auseinanderschrauben darf, irgendwie glücklich, nur weniger kindlich. Und es gibt sogar einen kurzen Moment, in dem Mann und Frau in derselben Sekunde gleich zufrieden dreinschauen: Wenn beide nach erfolgreichem Einkauf den Laden verlassen nämlich.

In diesem Sinne, schön, dass heute Sonntag ist!

Nackt bügeln

2009-09-20-bügeln“Ich bügel normalerweise nackt”

Wir kannten uns zehn Minuten, als sie mir diese Eröffnung machte. Außerdem hatte sie eine Schere in der Hand. Die Schere machte mir allerdings weniger Sorgen, schließlich war sie Friseurin und gerade dabei, mir die Haare zu schneiden. Der Satz mit dem Bügeln dagegen verwirrte mich.

Wie kam es, dass mir diese zwar sympathische, aber irgendwie ja doch fremde junge Frau mir nach nur ein paar Minuten so etwas erzählte? Zwar war die Aussage lange nicht so sexuell anzüglich gemeint, wie sie hier aufgeschrieben vielleicht wirkt. Trotzdem habe ich in den 35 Minuten, die ich gestern beim Friseur verbracht habe, mehr über die 22-Jährige Scherenkünstlerin erfahren als ich über manchen jahrelangen Bekannten weiß. (Ich hatte übrigens das Gefühl, der Chefin der jungen Friseurin ging es nicht anders).

Ich weiß zum Beispiel, dass sie einen Bruder hat, der als Kind fast von einem Schrank erschlagen wurde. Ich habe die Brandwunde am Bauch gesehen, die sie sich beim Nackt-Bügeln zugezogen hat, und ich weiß von ihrem abgebrochenem Fach-Abi, und welche Sorgen ihre Mutter sich manchmal wegen ihr macht. Außerdem ist sie der einzige Mensch, den ich kenne, der es geschafft hat, beim Rückwärtsfahren an einer roten Ampel geblitzt zu werden.

Was ich nicht weiß: Warum sie mir all das erzählt hat. Woher kommt es, dass wir bei manchen Menschen das Gefühl haben, ihnen alles mögliche erzählen zu können (und zu wollen), bei anderen hingegen bleiben wir über Jahre an der Oberfläche, ohne es wirklich erklären zu können.

Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es Männern oft genügt, wenn eine Person zu einer bestimmten Gruppe gehören, um Vertrauen aufzubauen. Im Versuch war das etwa, dass die andere Person dieselbe Universität besucht hatte wie sie selbst. Frauen dagegen benötigen in der Regel einen persönlichen Aspekt, der Vertrauen rechtfertigt.

Was dieser Aspekt in diesem Fall war, weiß ich nicht. Ich habe auch keine Lust, groß darüber nachzudenken. Der Kopf, hat ein kluger Kopf einmal gesagt, ist ohnehin nur dazu da, die Entscheidungen des Bauches zu legitimieren. In so fern interessiert es mich auch nicht wirklich, dass meine Haare nun doch wieder kürzer geworden sind, als mein Kopf es geplant hatte.

In diesem Sinne, Gruß an die liebe Friseurin M.!

Geheime Wünsche

2009-08-21 baumManche Dinge möchte man gar nicht so genau wissen. Als mir die Frau im Depot des Paketdienstes zum Beispiel erzählte, sie wäre gern ein Mann, da wäre ich am liebsten weggelaufen.

Das ging allerdings nicht, schließlich hatte sie noch mein Paket. Und die Frau, die gerne ein Mann wäre, machte nicht den Eindruck, als würde sie mir das aushändigen, wenn ich mir nicht vorher ihre ganze Geschichte angehört hatte.

“Wissen Sie”, sagte sie, “ich wäre wirklich gern ein Mann.” Zwar würde ihre Tochter steif und fest behaupten, als Mann wäre sie vermutlich schwul. Das sei ihr aber egal. “Ich möchte trotzdem ein Mann sein”, betonte sie nachdrücklich und klopfte mit der Faust zwei Mal fest auf mein Paket, das sie in sicherer Entfernung hinter dem Tresen festhielt.

“Ich möchte mich einmal im Leben an einen Baum stellen, die Hose aufmachen und den Baum mit einem dicken Strahl anpinkeln.” Sagte es und reichte mir mein Paket.

In diesem Sinne – was sind Eure geheimen Wünsche?

Ich, der Spinner

2009-08-11einsteinEigentlich hätte Ironie in seiner Stimme sein müssen. Doch der Verrückte, der heute mit mir im Zug von Villingen nach Konstanz gefahren ist, schien ernst zu meinen, was er sagte. Das Kuriose dabei: Er redete eigentlich die ganze Zeit davon, dass er die Nase voll davon hätte, anderen zuzuhören und wie nervig es sei, dass die Menschen ihm permanent etwas erzählen wollten.

Ich kann das ganz gut verstehen. Ich bin nämlich ganz gut darin, seltsame Menschen anzuziehen. Als hätte ich einen Magnet verschluckt, der nicht auf Metall, sondern auf Spinner jeder Art anziehend wirkt.

Mittlerweile bin ich allerdings außerdem ganz gut darin, solche Annäherungsversuche abzublocken. Oft reicht es ja schon, mit einer gewissen Bestimmtheit laut zu sagen, dass man nun kein Interesse an einem Gespräch hat. Das tun die wenigsten Menschen, darum funktioniert es, und zumindest einige Spinner suchen beleidigt das Weite.

Manchmal habe ich allerdings ein schlechtes Gewissen dabei. Ich frage mich dann, was die vermeintlichen Irren eigentlich groß von mir unterscheidet. Sind sie wirklich so anders als Du und ich? Ich weiß nicht, wo genau die Grenze zwischen normal und verrückt verläuft, aber sie ist mit Sicherheit fließend und vermutlich auch gar nicht so weit weg, wie wir sie gerne hätten.

Frisch Verliebte zum Beispiel sind verrückt. Mal objektiv betrachtet tun sie jede Menge ziemlich dämlicher Dinge. Das selbe gilt für unglücklich Verliebte, auch wenn die ihre Verrücktheiten eher alleine begehen – gezwungenermaßen. Auch wer mal samstags morgens gegen halb fünf mit der Berliner U-Bahn gefahren ist, zweifelt leicht am gesunden Verstand der Menschheit: Vermeintlich normale Menschen zu treffen ist jedenfalls um diese Zeit keine leichte Aufgabe.

Nur: Wann wird normaler, temporärer Irrsinn zur chronischen Verrücktheit? Vielleicht passiert sowas schneller als wir denken? Abgesehen davon: Wurden nicht oft genug schon Menschen erst für verrückt – und später zu Genies erklärt?

Zugegeben, ich glaube nicht, dass meine Zugbekanntschaft in absehbarer Zeit einen Nobelpreis bekommt. Dennoch gibt es Momente, wo ich zumindest das Gefühl habe, dass wir Menschen ziemlich gut darin sind, mit Verrückt-Etiketten um uns zu werfen, ohne groß darüber nachzudenken, wen wir treffen. Verrückt jedenfalls liegt nicht selten näher als wir denken.

Außerdem: Mal ehrlich – Aus dem richtigen (oder eben falschen) Blickwinkel betrachtet bin ich jedenfalls auch alles andere als normal. Aber das nur am Rande …

In diesem Sinne, dummdidumm!

DSDS

Sehen wir den Tatsachen ins Gesicht: Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Dieter Bohlen an meiner Tür klingelt. Er kann gar nicht anders, denn keine 50 Meter von meinem Balkon entfernt wird gerade die nächste Staffel Deutschland-sucht-den-Superstar gedreht (für Insider: “DSDS”).

Die beiden Mädels dürften so 15 oder 16 Jahre alt sein, und normalerweise treten sie am frühen Abend auf. Beeindruckend routiniert erobern sie dann die Bühne, die eigentlich nur ein Balkon ist, und begrüßen ihr Publikum, das vor allem aus meinen Nachbarn und mir besteht (Bohlen ist ja noch nicht da).

Meist singen sie Songs von Beyoncé. Manchmal geben sie aber auch Klassiker wie “Holding on for a Hero” zum Besten, was dann besonders dem schon etwas betagteren Herrn von schräg gegenüber gefällt. Meist gibt er zwar vor, in einem Buch oder einer Zeitschrift zu lesen, das leichte Wippen mit dem Bein kann er sich aber dennoch nicht verkneifen, wenn die Mädels den Bonnie Tyler-Klassiker nachträllern.

Ich würde den beiden den DSDS-Sieg ja schon wünschen. Andererseits finde ich es dann doch komisch, dass die Mädels sich ausgerechnet den Balkon gegenüber als Bühne ausgesucht haben. Sehen wir den Tatsachen ins Gesicht: Wenn Dieter Bohlen wirklich an meiner Tür klingelt, ich würde ihn mit Sicherheit nicht in meine Wohnung lassen.

In diesem Sinne, sorry Dieter!

Vor-Gelesen

Als sie mir gegenüber Platz nahm wusste sie noch nichts von Robert Jordans Tod. Das schloss ich jedenfalls aus dem Lesezeichen, dass etwa in der Mitte von Hemingways “For whom the bell tolls” steckte. Robert Jordan, der Protagonist des Romans, stirbt aber erst am Ende des Buches.

Als der Bus wieder anfuhr, schlug sie das Buch auf und begann zu lesen. Fasziniert beobachtete ich sie dabei. Ich finde es immer seltsam, wenn jemand Fremdes ein Buch liest, dass ich schon gelesen habe. Das war jetzt nicht anders: Obwohl ich meine Sitznachbarin nicht kannte, wusste ich, was sie in den nächsten Lesestunden erleben würde. Komisches Gefühl, wenn man mal so drüber nachdenkt.

In diesem Sinne, Gruß an Pablo und die anderen!

Single-Supermarkt

Singles sollen in den Supermarkt gehen. Ein Blick in den fremden Einkaufswagen sagt schließlich mehr über den oder die andere aus, als es tausend oder mehr Worte beim ersten Gepräch je könnten. Was für ein Mensch ist sie? Was mag sie, was nicht? Kauft sie nur für sich ein, oder warten zu Hause ein Mann und drei Kinder?

Ich weiß nicht mehr genau, wo ich das gelesen habe. Es macht aber Sinn, zumindest theoretisch. Besonders schlau müsste es, den Gedanken einmal weitergesponnen, dann auch sein, kurz vor Ladenschluss einkaufen zu gehen. Singles arbeiten lang, sie scheuen keine Überstunden und hetzten auf dem Rückweg noch kurz vor Ladenschluss durch die Regalreihen, um sich mit Tiefkühlpizza und Rotwein einzudecken.

Soweit die Theorie. In der Praxis scheinen es aber vor allem die Verrückten zu sein, die kurz vor knapp noch ihre Einkäufe auf das Band an der Kasse hieven. Diesen Eindruck hatte ich jedenfalls gestern.

Ich war an diesem Abend verabredet und wollte nach der Arbeit noch schnell eine Flasche Wein besorgen. Schon am Eingang wäre ich aber fast über eine alte und fast haarlose Frau gestolpert, die sich mit einem tiefschwarzen Kajalstift Augenbrauen auf die blanke Stirn malte. In der freien Hand hielt sie ihre beiden Einkaufstüten, welche sie sanft hin und her wogte.

Als ich mit meinem Wein an der Kasse stand, wippte vor mir ein Typ in Trainingshose unruhig hin und her. Unter dem einen Arm hielt er tatsächlich besagte Tiefkühlpizza, mit dem anderen dirigierte er seine Freundin zwischen den Regalreihen hin und her. Beeilen solle sie sich gefälligst, er sei nämlich gleich mit Bezahlen dran.

Die Eile war dabei völlig unnötig, denn die Frau vor ihm brauchte geschlagene viereinhalb Minuten, um sich zu entscheiden, ob sie zwei Jogurts, eine kleine Packung Toastbrot, eine Packung Streichkäse und einige weitere Kleinigkeiten in einer kleinen oder doch lieber in einer großen Tüte verstauen wollte. Ich glaube, sie war solo. Ich fürchte, ich weiß aber auch warum.

In diesem Sinne, jeder Tipp hat offenbar zwei Seiten!

Der Klassenfahrt-Symptom

2008-12-28-pillen1Wenn die Situation stimmt, kann man praktisch mit jedem rumknutschen. Die Atmosphäre ist dann entscheidender als die Person, mit der es passiert. Diese Erkenntnis stammt nicht von mir, sondern von einer guten Freundin. Ich denke allerdings, dass sie damit im großen und ganzen durchaus Recht hat. Ich nenne es den Klassenfahrteffekt (oder: eines der Symptome).

Ich kenne es von mir selbst, aber auch von Vereinsfahrten, die ich als Aufsicht begleitet habe und entsprechend das Spiel als Außenstehender verfolgen konnte. Wenn die Auswahl begrenzt ist, finden sich plötzlich Paarungen, mit denen man sonst nie gerechnet hätte (und freilich auch solche, mit denen schon lange alle gerechnet haben). 

Das Ganze ist vielleicht mit einem Multiple-Choice-Test zu vergleichen. Wären keine Antwortmöglichkeiten vorgegeben, würde man vielleicht etwas ganz anderes schreiben. Da man sich aber zwischen A, B oder C entscheiden muss, tut man es eben. 

Entscheiden muss? Natürlich kann man das mit dem Ankreuzen auch einfach lassen. Trotzdem inspirieren offenbar gerade vermeintliche Ausnahmesituationen zum Kreuzchen-Machen. Das kann eine Klassenfahrt, eine Schulung oder eine Betriebsfeier sein. Wenn also plötzlich Faktoren einfließen, die den Aspirantenkreis für eine Zeit begrenzen und eine Art Ausnahmezustand vorgaukeln.

Anders formuliert könnte man sagen: Stimmt die Stimmung, tritt die Person in den Hintergrund, bei der richtigen Person ist die Stimmung auch gerne mal zweitrangig. Doch, was ist schon richtig … und was eigentlich Stimmung?

In diesem Sinne, gute Reise!

Nachttrümmer

Als hätte jemand seine Sammlung komischer Menschen verloren. Alle sind da: die Coolen und die weniger Coolen, die Schnapsleichen aus den Eckkneipen und die halbstarken Möchtegern-Rapper aus den Teeny-Bars.

Kleine Mädchen bibbern in Röcken, die sowohl für die Jahreszeit als auch für das Alter der Trägerinnen viel zu kurz sind, 15-Jährige Jungs vertiefen sich in Begrüßungsrituale, die vermutlich über Monate einstudiert wurden und nun zum ersten Mal auf der großen Bühne präsentiert werden.

Die Bühne, das ist in diesem Fall der Busbahnhof im Zentrum von Wuppertal-Elberfeld. Einmal in der Stunde, immer um zehn Minuten nach, fahren von hier am Wochenende die Nachtexpresse der Wuppertaler Stadtwerke sternförmig in die umliegenden Stadtteile.

Zehn Minuten am Busbahnhof warten bedeutet, das Wuppertaler Nachtleben auf 600 Sekunden zusammen geschrumpft präsentiert zu bekommen. Theoretisch. Praktisch sind es vor allem die Trümmer der Nacht, die sich hier versammeln. 

Früher habe ich wohl mal dazu gehört, doch das ist Jahre her. Mittlerweile fühle ich mich ganz wohl, das Schauspiel nur noch als Zuschauer zu verfolgen. 

In diesem Sinne, ein Hoch auf das Alter!