Landwirt(innen)

Ich bin käuflich. Zumindest was meine berufliche E-Mail-Adresse angeht. Die steht nämlich in verschiedenen Datenbanken, bei denen Werbetreibende sich gegen Entgelt einen E-Mail-Verteiler mit Journalisten-Adressen zusammenstückeln können.

Wie teuer ich bin, weiß ich nicht genau. Auch nicht, ob es mich vielleicht sogar auf Raten gibt. Wirklich unerschwinglich kann ich allerdings nicht sein. Das merke ich daran, dass ich immer mal wieder E-Mails bekomme, mit denen ich so gar nichts anfangen kann.

Die Highlights derzeit sind:

  • Informationen zu einem Musiker, von dem ich noch nie etwas gehört habe, dessen (Künstler?)Name ins Deutsche übersetzt aber so viel bedeutet wie “Massenvergewaltigung”.
  • Nachrichten über Kerzen, die je nach Jahreszeit für einen besonders gelungenen Winterabend, Valentinstag, Ostersonntag oder Sommerabend sorgen und/oder ideal sind für einen Tag im Herbst oder Winter. (An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön: Ich gebe immer mal wieder Seminare zum Thema Pressearbeit und nutze diese Pressemitteilungen hier gerne und anonymisiert als Negativbeispiele)
  • Pressemappen zu Kreuzfahrten diversen Reedereien
  • relativ neu: Newsletter für den verkappten Landwirt in mir (Bild oben).

Bedenkt man, dass die Kosten für Werbung und meine E-Mail-Adresse ja in irgendeiner Form auf das jeweilige Produkt aufgeschlagen werden, wird einem schon manchmal etwas anders. Andererseits: So teuer kann es ja nicht gewesen sein. Sonst würden ja zumindest die E-Mail-Adressen zur Werbezielgruppe passen. Und meine wäre dann nicht dabei.

In diesem Sinne – noch jemand eine Portion Sommergetreide?

Einbrecherstaub

Bei mir wurde eingebrochen. Mehrfach in den vergangenen Monaten. Netterweise haben die Diebe nie etwas mitgehen lassen. Blöderweise allerdings jedes Mal etwas da gelassen. Eine andere Erklärung kann es eigentlich nicht geben.

Ich bin viel unterwegs. Arbeit, Überstunden, Sport, Sprachkurs, Freunde treffen – da bleibt nicht viel Zeit, um in meiner Wohnung für Schmutz oder gar Staub zu sorgen. Der besteht aber, so lehrt uns Wikipedia, vor allem aus abgestorbenen Hautschuppen, Haaren, Pflanzenteilchen, mit den Schuhen hereingetragenem Straßenabrieb und allerlei anderen unappetitlichen Sachen, die direkt oder indirekt von Menschen produziert werden. Also frage ich mich: wie kommen all diese Dinge immer wieder in meine Wohnung, wenn ich gar nicht da bin?

Es gibt nur zwei mögliche Erklärungen: Entweder ist mein Staub inzwischen so schlau, dass er nach jedem Staubsaugen eigenständig die Staubsaugerklappe öffnet, hinauskrabbelt, die Klappe wieder schließt und  heimlich zurück an die Stellen kriecht, wo ich ihn zwei, drei Tage zuvor weggesaugt habe.

Oder – und das scheint mir die wahrscheinlichere Variante (wer glaubt schon an intelligenten Staub?) – jemand bricht regelmäßig bei mir ein und verteilt fein säuberlich kleine Staubberge an verschiedenen Stellen in meiner Wohnung. Ich sollte mich vielleicht einfach mal auf die Lauer legen …

In diesem Sinne – sieh Dich bloß vor, schlimmer Staubeinbrecher!

Herren-WC

In Boston war ich beeindruckt, als im Herren-WC über den Pissoirs der Sportteil der örtlichen Zeitung zum Lesen ausgehängt war. In den Ecken der Toilette hingen außerdem Fernseher, auf denen ein Sportkanal lief.

Doch der Mann lebt nun einmal nicht vom Sport allein. Das scheinen sich jedenfalls die Betreiber dieser Karlsruher Studentenkneipe gedacht zu haben. Die Toilette ist inzwischen Kult. Und auch auf dem Frauen-WC sieht es angeblich ähnlich aus – nur eben geschlechterverkehrt.

In diesem Sinne … ich bin dann mal pinkeln!

Vorsätzlich

Ich habe sie gesehen. Hunderte von ihnen. All die guten Vorsätze für 2012 waren heute bei mir im Fitnessstudio. Mehr Sport treiben und gesünder zu leben ist schließlich ein Klassiker unter den frommen Wünschen für das neue Jahr – entsprechend voll war es. In der Umkleide, an den Laufbändern, an den Geräten – eigentlich überall. Hätte ich mir eigentlich auch vorher denken können.

Ich bin nur froh, dass gute Vorsätze ja in der Regel nicht all zu lange halten. Entsprechend dürfte es schon in ein paar Wochen wieder angenehm leer (oder wenigstens leerer) sein. Und irgendwie ist es ja auch ganz unterhaltsam, all die Leute mal wiederzusehen, die man zuletzt vor einem Jahr hat hier schwitzen sehen.

Ein wenig Sorgen mache ich mir nur um eine weitere Aktivität, die ich eigentlich noch diese Woche erledigen wollte: ich muss nämlich zum Friseur. Und gehören neue Frisuren nicht auch irgendwie zu den klassischen Neujahrs-Vorhaben? Von wegen neuer Anfang, neues Aussehen?

In diesem Sinne, ich stelle mich wohl besser auf eine längere Wartezeit ein …

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...