
Hat sich hier jemand vertan, oder versuchen die Veranstalter einfach nur das Geld für ein neues Transparent zu sparen? Aufgenommen in Villingen am 30. Juli 2009.
In diesem Sinne, ein schönes Fest!
Ansichten, Umsichten, Draufsichten

Hat sich hier jemand vertan, oder versuchen die Veranstalter einfach nur das Geld für ein neues Transparent zu sparen? Aufgenommen in Villingen am 30. Juli 2009.
In diesem Sinne, ein schönes Fest!
Erst dachte ich, Dr. Sommer hätte sie nur erfunden. Mittlerweile weiß ich es besser. Es gibt sie wirklich, nicht nur auf der Aufklärungsseite und im Bravo-Fotoroman: Die erste Beziehung, die auch die letzte ist; Liebe auf den im wahrsten Sinne des Wortes ersten – und letzten Blick.
Zugegeben, ich muss in meinem Bekannten- und Freundeskreis schon ein wenig graben. Es sind nicht viele. Selbst diejenigen, bei denen ich es damals erwartet hätte, haben sich irgendwann getrennt. Einige wenige, nicht mal eine halbe Hand voll, ist aber immer noch zusammen. Irgendwie haben sie es geschafft, ihre Beziehung nicht nur über die Pubertät, sondern auch über alles was danach kam hinweg zu retten.
Ein schöner und gleichsam unheimlicher Gedanke. Diese ewigen Paare haben eine gemeinsame Vergangenheit, die für andere schlicht uneinholbar ist. Allerdings haben sie sich gleichzeitig entschieden (oder es hat sich zumindest so ergeben), auf 5,3 weitere Sexualpartner und die damit verbundenen Erfahrungen zu verzichten.
Im Schnitt, so hat der Kondomhersteller Durex herausgefunden, haben wir Deutschen nämlich in unserem Leben mit 6,3 Menschen Sex. Damit liegen wir deutlich unter dem weltweiten Schnitt von 10,5, aber noch weit über Vietnam, das mit 2,5 das untere Ende der Skala anführt. Weltweiter Spitzenreiter sind dagegen die Chinesen mit 19,3 Sexualpartnern. (Und bitte entschuldigt, dass ich der Einfachheit halber so idealistisch Sexpartner mit Beziehungen gleichsetze).
Wie dem auch sei, ich frage mich manchmal, was erstrebenswerter ist. Die Nähe, die ich unterstelle, wenn ein Paar mit 30 Jahren bereits sein 15-Jähriges feiert, oder die vielen Erfahrungen und die durch stetes Training erlangte Beinahe-Perfektion, wenn man sich beziehungsmäßig auf die Seite der Chinesen schlägt?
In diesem Sinne, Antworten dürft Ihr jetzt!

Kondomautomat in einer Kneipe in Villingen.
Aber mal ehrlich: Wer will das denn?
In diesem Sinne, verstehen Sie Spaß – oder was?
Plötzlich stand sie vor mir. “Das ist S.”, sagte mein Bekannter. Ich sagte gar nichts. Dabei war es ja nicht so, dass ich sie jetzt zum ersten Mal sah. Nur ist es eben doch etwas anderes, auf Facebook und Co Fotos von jemanden zu betrachten als ihm oder ihr in Wirklichkeit zu begegnen.
S. jedenfalls sah ihrem fotografischen-Ich recht ähnlich. Sie war etwas kleiner, als ich sie mir vorgestellt hatte, doch dass das Kameraauge hier oft täuscht weiß man schließlich nicht erst seit Tom Cruise. Ihre Stimme allerdings, die nun artig “Hallo” sagte, klang dann aber doch arg viel anders als in meiner Vorstellung. Auch das was sie sagte schien so gar nicht zu dem zu passen, was ich ihr ob ihres Profils im sozialen Netzwerk gerne in den Mund gelegt hätte.
Sagen konnte ich ihr das natürlich nicht. Die meisten Menschen, die behaupten, noch nie ihren Schwarm, einen potenziellen Partner oder auch den oder die Ex gegoogled zu haben, lügen, da bin ich sicher. Trotzdem ist es denkbar ungeschickt, das gegenüber dieser Person auch zuzugeben.
Ob sie meinen Namen auch einmal in das Suchfeld eingegeben hatte? Oder beim Stöbern in der Freundesliste unserer gemeinsamen Freundin an meinem Profil hängen geblieben war? War ich möglicherweise auch ganz anders als sie erwartet hatte, nachdem sie mein Profil gemustert und vielleicht sogar mein Blog überflogen hatte?
Das Faszinierende und Unheimliche an sozialen Netzwerken und sonstigen Web-Identitäten ist ja gerade, dass der Maßstab fehlt, an dem man das dort gezeichnete Bild messen könnte. Es ist also nur menschlich, dass wir uns hier so toll wie irgend möglich präsentieren - wo es doch (erstmal) niemanden auffällt, wenn wir dafür das eine oder andere aufbauschen oder auch weglassen (ich sage bewusst nicht: “lügen”!).
Selbst Alben mit Titel wie “Me, myself and I” sind da nur bedingt komisch, wo sie doch vor allem für junge Frauen eine tolle Möglichkeit bieten, der “Was zieh ich nur an”-Frage dadurch zu entgehen, dass sie einfach alles einmal anziehen und sich damit ablichten lassen. Frei nach dem Motto: Ein Outfit wird dem potenziell-Zukünftigen schon gefallen.
Das gilt sogar, wenn man beim ersten Date falsch lag. So blöd es klingt, als ich mir S. Profil nach unserer eher enttäuschenden ersten Begegnung im wahren Leben noch einmal angeguckt habt, war ich kurz davor meine Enttäuschung wieder zu vergessen und ihr noch eine Chance zu geben, so gut gefiel mir ihr virtuelles Ich.
In diesem Sinne: Es wäre vielleicht übertrieben zu sagen, das Internet hat den ersten Eindruck getötet. Ganz falsch ist diese Einschätzung aber auch nicht.
Generation Golf? Totaler Quatsch! Wenn wir überhaupt etwas sind, dann wir sind die Generation Bahnhof! Abschiede wie Wiedersehen, irgendwie finden die meisten davon doch noch im Schatten von Bahnhofsuhren und ICE-Zügen statt. Die passen auch viel besser in die Dramaturgie als Parkuhren.
Ich habe Freunde, die reden, als hätten sie ein Kursbuch verschluckt. Kaum machen sie den Mund auf, sprudeln Abfahrtszeiten und Anschlusszüge aus ihnen hervor. Ich nehme ihnen das nicht übel, denn sie können nicht anders. Wer arbeiten will, der muss flexibel sein – ich selbst bin in den vergangenen zwölf Monaten schon vier Mal umgezogen (meine Zeitung hat eben ein großes Verbreitungsgebiet).
Trotzdem ist es immer wieder ein komisches Gefühl, einen alten Freund, eine alte Freundin oder auch eine neue alte Liebe vom Bahnsteig abzuholen. Früher war das Bier am Abend nur einen Anruf und zehn Gehminuten weit weg. Jetzt müssen Terminkalender aufeinander abgestimmt, Umsteigezeiten berücksichtigt und Luftmatratzen aufgeblasen werden. Und am Ende entscheidet die Bahn, wie viel Zeit für den Abschied bleibt – abhängig davon, wie viel Verspätung der jeweilige Zug gerade hat.
In diesem Sinne, gute Fahrt!
Mit den Öffnungszeiten scheint das in Trier so eine Sache zu sein (aufgenommen an einer Ladentür in der Saarstraße):

In diesem Sinne – viel Erfolg auch mit der zweiten Geschäftsidee!

Man sollte eine Stadt nicht danach beurteilen, welches Bier in ihren öffentlichen Verkehrsmitteln getrunken wird. Trotzdem darf man sich natürlich freuen, wenn das Ergebnis stimmt. Selbst wenn man selbst gar kein so großer Becks-Trinker ist.
In Berlin ist sie aus der U-Bahn jedenfalls nicht wegzudenken: Die grüne Flasche mit dem roten Schlüssel als Mini-Emblem über dem silber-schwarzen Schriftzug.
Ob als Feierabendbier nach der Arbeit, als Wegbier unterwegs zur Party oder als Schlummertrunk auf dem Rückweg von eben dieser: Wer mit offenen Augen durch die Hauptstadt geht, wird von Becks quasi überrollt. Sogar die Verfilmung von Sven Regeners “Herr Lehmann” kommt um die vermeintliche Spezialität aus Bremen nicht herum (Bild).
Vielleicht hängt das damit zusammen, dass Becks von allen Bieren eben doch mit am meisten nach Limonade und am wenigsten nach Bier schmeckt. So sehen es jedenfalls meine Geschmacksnerven. Becks mach Biertrinken leicht – und Bier gehört nun mal zu Berlin, wenn auch nicht exklusiv – so viel Zugeständnis muss wohl sein.
Gerade deshalb habe ich mich vorhin nämlich plötzlich heimisch gefühlt, als mir im Bus diese junge Frau mit der grünen Flasche auffiel. Nach vier Umzügen in nur einem Jahr stand das Becks im Bus auf eine ganz eigene Art und Weise für ein Ankommen in meiner neuen Heimat: Konstanz.
Ich weiß noch nicht genau, wie lange ich nun hier am Bodensee bleiben werde. Gefreut hat mich aber nicht zuletzt eines besonders: Wie in Berlin gibt es hier in einigen Kneipen noch eine besonders schmackhafte Becks-Alternative: Leckeres Augustiner.
In diesem Sinne, Prost!

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