Monthly Archive for June, 2009

Trendy

Ob die Verkäuferinnen in besonders trendigen Läden auch den Kunden eine Tüte mit dem Logo des Ladens geben, wenn diese so überhaupt nicht trendy aussehen? Oder haben sie für diesen Fall neutrale Tüten?

Müssten sie doch eigentlich – zumindest wenn man nach Marketing-Gesichtspunkten geht. Man denke nur mal darüber nach, wie geschäftsschädigend ein im hässlichen Schlabberlook rumlaufender Normalo wäre, wenn er dabei eine Tüte mit dem Emblem des mega-coolen Shops spazieren trägt!

Zum einen würden alle coolen Leute sich denken, in dem Laden kann man nicht einkaufen, schließlich sieht man hinterher offenbar so aus, wie der arme Tropf mit der tollen Tüte. Zum anderen denken sich die nicht so coolen Leute, in dem Laden können sie gut einkaufen – der Tütentropf tut es schließlich auch – und der trendy Laden wird überlaufen mit überhaupt nicht trendigen Menschen.

In diesem Sinne, so viel zum Thema Werbung auf Tüten!

Vor-Gelesen

Als sie mir gegenüber Platz nahm wusste sie noch nichts von Robert Jordans Tod. Das schloss ich jedenfalls aus dem Lesezeichen, dass etwa in der Mitte von Hemingways “For whom the bell tolls” steckte. Robert Jordan, der Protagonist des Romans, stirbt aber erst am Ende des Buches.

Als der Bus wieder anfuhr, schlug sie das Buch auf und begann zu lesen. Fasziniert beobachtete ich sie dabei. Ich finde es immer seltsam, wenn jemand Fremdes ein Buch liest, dass ich schon gelesen habe. Das war jetzt nicht anders: Obwohl ich meine Sitznachbarin nicht kannte, wusste ich, was sie in den nächsten Lesestunden erleben würde. Komisches Gefühl, wenn man mal so drüber nachdenkt.

In diesem Sinne, Gruß an Pablo und die anderen!

Weintrinken

Ein Kollege hat mich darauf gebracht. Ich finde, wo ich morgen nach Konstanz ziehe, sollt auch Ihr etwas davon haben, was die Jungs aus der Online-Redaktion so in ihrer Freizeit treiben.

Vielleicht haben sie ja den Sommerhit des Jahres produziert? Immerhin, Sommer soll es ab morgen ja wieder werden …

In diesem Sinne – wer geht mit mir Weintrinken?

Doppelwohner

2009-06-21-mietvertragSeit gestern habe ich zwei Wohnungen, drei Schlafzimmer und einen Tiefgaragenparkplatz. Zugegeben: Ich bin mir da selbst etwas unheimlich. Allerdings ist die genannte Wohnsituation nicht als Dauerzustand gedacht. Und Absicht war das ganze auch nicht  - es hat sich schlicht so ergeben.

Mietverträge haben die komische Eigenschaft, immer zum letzten Tag des Monats gekündigt zu werden. Zugleich mietet man eine Wohnung normalerweise erst zum Anfang des Monats. Die Nacht auf den jeweiligen ersten Tag des Monats ist man also theoretisch obdachlos.

So wäre es wohl auch mir ergangen, hätte mein Vormieter nicht eine Indienreise geplant, wegen der er schon gestern ausgezogen ist. Entsprechend habe ich auch schon gestern in Konstanz meine neuen Wohnungsschlüssel übernommen. Endgültig an den Bodensee ziehen werde ich aber erst in einigen Tagen, wenn ich Urlaub habe.

Ein komisches Gefühl, denn bis dahin habe ich zwar zwei Wohnungen, richtig zu Hause bin ich aber in keiner von beiden: Während ein Teil meiner Sachen schon in Konstanz ist, schlafe ich noch in meiner Wohnung hier auf der Baar. Die ist übrigens eigentlich eine Ferienwohnung. Daher auch die drei Schlafzimmer – gedacht ist sie nämlich für vier Personen.

In diesem Sinne, Bodensee – bis in ein paar Tagen!

Wer spinnt?

Bei zwischenmenschlichen Problemen sollte man stets die Möglichkeit in Betracht ziehen, selbst total bescheuert zu sein.

Diese Worte stammen nicht von mir, sondern von Berlins vielleicht bekanntestem Twitter-Nutzer, Saschalobo. Sie haben mir allerdings so gut gefallen, dass ich sie gerne mit Euch teilen möchte. 

In diesem Sinne, gezwitscherte Grüße!

Weihnachtswarten

Komisch war es erst, wenn ich bei ihr war. Meist hatte ich mich schon Tage vorher auf sie gefreut. Dabei wusste ich eigentlich nie genau, was ich mir eigentlich von dem Treffen erhofft hatte. Sie hatte mir gefehlt. Seltsam war nur, wenn ich bei ihr war, fehlte sie mir immer noch.

Vorfreude ist die schönste Freude. Das bekommt man als Kind beigebracht. Eltern benutzen diesen Spruch am Weihnachtsnachmittag, wenn der Nachwuchs die Bescherung am Abend nicht abwarten kann. Und tatsächlich sind die erhofften Geschenke dann am schönsten, wenn sie zwar nah, aber noch unerreichbar unter dem Christbaum liegen.

Das tolle an den bunten Päckchen ist, dass man kann alles mögliche in sie hinein sehen kann. Auch die Vorstellung, mit dem Inhalt zu spielen, ist meist viel schöner, als das tatsächliche Spiel. Vielleicht war es bei ihr nicht anders? 

So lange ich nicht bei ihr war, war sie die optimale Projektionsfläche für das, was ich mir gewünscht hatte. Sie war die perfekte Frau für mich. Trafen wir uns allerdings, verblasste das Gedankenbild. Was blieb war eine Frau, die ich zwar sehr gerne mochte, bei der ich aber zugleich wusste, dass niemals mehr aus ihr und mir werden würde.

Gerne hätte ich mich in sie verliebt, so wie ich es in Gedanken hundert Mal getan hatte. Genau das war es schließlich, was ich mir die ganze Zeit über vorgestellt hatte. Nur wollte das in der Realität einfach nicht funktionieren. Es blieb dabei: Sie war bei mir, und gleichzeitig vermisste ich sie. Ein komisches, irgendwie surreales Gefühl.

Heute weiß ich, dass ich damals einfach nur einsam war. Man sollte meinen, eine solche Erkenntnis hilft, zukünftig klüger zu sein. Leider hat mir auch hier die Realität einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich kann nicht anders: Sie fehlt mir.

In diesem Sinne, nicht jede Wahrheit steht zwischen den Zeilen!

Kleingedrucktes …

… und warum es manchmal Sinn macht, es zu lesen:

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Geschlechtliches

Nennt mich sexistisch, aber es gibt einen Unterschied zwischen Männern und Frauen! Und manchmal reicht es fernzusehen, um den illustriert zu bekommen.

Ich saß mit meiner guten Freundin N. auf ihrer Couch. Im Flimmerkasten lief eine dieser abendlichen US-Serien. Ort der Handlung war eine Bar. Auf dem Tresen stand eine Bierflasche, die zu Bruch ging, während sich die Protagonisten der Serie (Mann und Frau übrigens) stritten.

Während sich im TV der Inhalt der kaputten Flasche als kleine, gelbe Pfütze auf den Tresen ergoss, kommentierten N. und ich das Geschehen auf dem Bildschirm nahezu zeitgleich. Meine Worte: “Schade um das leckere Bier”, N. dagegen: “Bier – das ist gut für die Haare.”

In diesem Sinne, nicht immer alles so bierernst nehmen, was ich schreibe!

Erdkunde

2009-06-11-zugriffskarteEigentlich ist es ja unheimlich, denn die meisten Menschen wissen gar nicht, wie detailliert die Spuren sind, die sie hinterlassen. Interessant ist es trotzdem. Tagesaktuell liefern mir Google, Blogstat und Co eine Statistik, wer sich denn so auf Felix’ Welt herumgetrieben hat – und woher er oder sie kam.

Das Faszinierende: Ich bekomme nicht nur die Schlagworte präsentiert, die von der Suchmaschine hierher geführt haben (siehe ”Sex im Flugzeug I + II). Auch von welchem Ort die Menschen auf meine Seite zugreifen kann ich mir aufschlüsseln lassen.

Für mich ist das in zweierlei Hinsicht spannend: Ich lerne Ortsnamen kennen, von denen ich nie gedacht hätte, dass sie existieren (zum Beispiel “Kordel”). Zugleich darf ich über die Frage grübeln, warum ausgerechnet von dort jemand meinen Namen, nach Lateinarbeiten oder nach der Gummibandtheorie  gegoogelt hat.

In diesem Sinne, viele Grüße an alle!

Trauben und Frauen

Die alten Griechen waren schlaue Leute. Ihnen wird zum Beispiel die Fabel von den Trauben zugeschrieben, die der Fuchs trotz redlicher Anstrengung nicht erreichen kann, weil sie zu hoch hängen. “Pah, die Trauben sind mir eh zu sauer”, erklärt daraufhin der Fuchs und marschiert davon. 

Eine Fabel überträgt menschliche Verhaltensweisen auf Tiere (oder auch Pflanzen oder Dinge). Das soll Distanz schaffen und es leichter machen, die Moral von der Geschichte zu begreifen. Obwohl die alten Griechen schlaue Leute waren, im Falle des Fuchses ist die Fabel noch unvollständig: Wenn der Fuchs einen Menschen karikieren soll, dann will er mit der Lüge von den “zu sauren Trauben” nicht nur seine Niederlage kaschieren. Insgeheim hofft er außerdem, seine geheuchelte Ablehnung würde die Trauben wider aller Vernunft doch noch ein wenig in seine Richtung wachsen lassen.

“Letzte Chance vertan”, habe ich vor einigen Jahren einmal in mein Notizbuch geschrieben, “ich werde mich nicht mehr bei ihr melden – dann wird sie schon merken, was sie davon hat.” Das Problem: Sie hat meinen Pseudo-Rückzug vermutlich nicht einmal bemerkt. Sie, das war nämlich eine Frau gewesen, in die ich mich genau so unsterblich wie unerwidert verliebt hatte. 

Wir hatten uns bei einer Schulung kennengelernt und seitdem lose in Kontakt gestanden. Aus irgendeinem Grund hatte ich mir eingeredet, dass daraus mehr werden könnte. Diese Sicht der Dinge hatte ich nach und nach immer deutlicher zum Ausdruck gebracht, ohne allerdings damit bei ihr auf große Resonanz zu stoßen. 

Eingestehen wollte ich mir das natürlich nicht. Statt dessen wurde ich zum Fuchs: Eigentlich, so redete ich mir ein, war sie ja ohnehin nicht so wirklich mein Fall. Theoretisch war das eine gute Methode für einen geordneten Rückzug. Praktisch allerdings totaler Quatsch.

Sehen wir den Tatsachen ins Gesicht: “Wenn sie sich nicht meldet, melde ich mich eben auch nicht mehr, dann wird sie sich schon wieder melden” ist Blödsinn. Der Versuch, durch Nichtbeachtung Aufmerksamkeit zu bekommen, ist eine Phantasiegestalt. Schließlich hat es normalerweise einen Grund, warum sie nicht (mehr) möchte – und an dem ändert plötzliches Untertauchen in der Regel erst recht nichts. 

In diesem Sinne, Schluss mit den zweckentfremdeten Schlusspunkten!